Merkel hat in Peking die zuvor von Menschenrechtlern und Verfassungsschützern scharf kritisierten politischen Gespräche mit der chinesischen Führung aufgenommen. Nach der Begrüßung mit militärischen Ehren traf die Kanzlerin in der Großen Halle des Volkes mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao zusammen.

Zum Auftakt der Gespräche mit der Kanzlerin lobte der Regierungschef die engen persönlichen Beziehungen, die er bereits in der Vergangenheit zu Merkel aufgebaut habe. Die Kanzlerin nannte ihre bisherigen Gespräche mit Wen Jiabao "immer sehr offen und konstruktiv". Deutschland wolle die engen Beziehungen zu China gemeinsam ausbauen. Die deutsche Wirtschaft wolle auch "alles daransetzen", dass die Kooperation erweitert werde.

Bundeskanzlerin Angela Merkel drängt die chinesische Führung zu einer härteren Gangart gegen Produktpiraterie und zu einem stärkeren Engagement für den Klimaschutz. Bei der wirtschaftlichen Entwicklung müssten alle Länder gemeinsame Spielregeln einhalten, sagte Merkel. "Dabei sind der gegenseitige Respekt und der Schutz des geistigen Eigentums unabdingbar", fügte die Kanzlerin hinzu. Nachdem rechtliche Grundlagen für den Kampf gegen Produktpiraterie geschaffen worden seien, müsse nun in China die Umsetzung verbessert werden.

Merkel mahnte außerdem die Entwicklung effizienterer Technologien an, damit das Klima durch das rasante Wirtschaftswachstum in Schwellenländern wie China nicht dramatisch belastet werde. Sie forderte außerdem weltweit einheitliche Regeln für den Zugang zu Rohstoffen. China steht nämlich beispielsweise in der Kritik, weil es sich aus Afrika Öl liefern lässt, dabei aber zu wenig darauf achtet, diese Geschäfte mit der Forderung nach demokratischen Reformen zu verknüpfen.