Menschengemacht sind die Feuer, die in Griechenland wüten , und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Manche wurden fahrlässig erzeugt, etwa durch ungesicherte Schweißarbeiten oder offene Müllhalden, andere absichtlich gelegt. Hinzu kommt die Veränderung der Waldgebiete selbst. Die Landflucht führt zu einer geringeren Bevölkerungsdichte dort, wo Waldbrände frühzeitig erkannt werden könnten, und eine verfehlte Subventionspolitik fördert das Wiederaufforsten mit schnell wachsenden Hölzern wie dem Eukalyptus, die leichter brennen als andere.

Doch die bohrende Frage ist die nach den überregionalen Ursachen. Den Bränden ist eine wochenlange Hitzewelle vorangegangen, wie in Spanien und Süditalien. Das Land ist ausgetrocknet. Ist auch daran der Mensch schuld, nämlich weil er das Klima beeinflusst ?

Gut möglich. Nur kaum nachzuweisen.

Trockenperioden, definiert durch wenig Niederschlag und viel Wärme, treten seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts häufiger auf als zuvor, allerdings nicht vorrangig in Europa oder Südosteuropa. Hitzewellen, gekennzeichnet durch wochenlang hohe Temperaturen, stellen sich gleichfalls häufiger ein, wenn es auch nicht die Zahl der heißen Tage ist, die in erster Linie auffällt, sondern die der ungewöhnlich warmen Nächte. Wie sehr derartige Ereignisse zugenommen haben, ist freilich unklar.

In jüngster Zeit sind Forscher aus Bern und Zürich zu dem Schluss gekommen, dass bisherige Temperaturmessungen in Westeuropa jahrzehntelang zu hoch lagen, bis sie aufgrund besserer Instrumente realistischer wurden. Das wiederum bedeutet, dass die Temperaturen in Wirklichkeit steiler angestiegen waren, als dies die dokumentierten Messwerte zeigten. Die statistische Methode der Schweizer wurde bisher von niemandem infrage gestellt, wobei noch zu prüfen wäre, ob die 44 Wetterstationen, deren Daten ausgewertet wurden, hinreichend repräsentativ sind. Immerhin behauptet kein Forscher, die Kurve sei flacher als bisher angenommen.