Olympia brennt: Die verheerenden Feuer auf der griechischen Halbinsel Peloponnes haben am Sonntagnachmittag die ersten Häuser der antiken Stätte erreicht. «Olympia brennt! Helft uns! Die Front kommt auf die antike Stätte zu. Wir müssen weg», schrie der Direktor der Museumsanlage, Christos Giannaras, ins Telefon. Auch das Gebäude des Internationalen Olympischen Komitees werde von den Flammen bedroht, sagte ein Augenzeuge.

Die verheerenden Waldbrände in Griechenland toben am Sonntag bereits den dritten Tag in Folge. Offiziellen Angaben zufolge kamen bislang mindestens 53 Menschen ums Leben. Dutzende Dörfer mussten im Westen der Halbinsel Peloponnes evakuiert werden. Medien berichteten, hunderte Häuser seien bereits niedergebrannt. Die Feuerwehr sei im Dauereinsatz und konzentriere sich meist nur noch darauf, Menschenleben zu retten.

Stürmische Winde peitschten ein Flammenmeer in Richtung des Weltkulturerbes. Wegen der Stärke der Winde konnten keine Löschflugzeuge mehr eingesetzt werden. «Der Brand ist außer Kontrolle. Die Flammen werden regelrecht in Richtung Olympia gedrückt», sagte ein Radio-Reporter. Er meldete sich aus dem Dorf Plátanos, das nur etwa zwei Kilometer nördlich von Olympia liegt. In Olympia selbst herrschte Alarmzustand. Dutzende freiwillige Helfer und Feuerwehrleute bereiteten sich auf den Kampf gegen das Feuer vor. 

Das staatliche Fernsehen NET zeigte Brände um das nur etwa vier Kilometer entfernte Dorf Pelópion. «Hier brennen alle Dörfer rund um Olympia. Schickt uns Hilfe», sagte eine verzweifelte Einwohnerin aus Pelópion. Am Hera-Tempel in Olympia wird das Olympische Feuer entzündet - das nächste Mal am 25. März 2008 für die Sommerspiele in Peking.

Feuerwehren aus ganz Europa eilen den Griechen zu Hilfe. Aus Frankreich seien bereits vier, aus Italien zwei Löschflugzeuge im Land eingetroffen, sagte ein Sprecher der griechischen Feuerwehr, Nikos Diamantis, am Sonntagvormittag in Athen. Sie sollten am Nachmittag erstmals eingesetzt werden. Zudem seien 60 Feuerwehrleute aus Frankreich und ebenso viele aus Zypern in die Katastrophengebiete gereist.

Für Montag und Dienstag erwartet Griechenland weitere vier Löschflugzeuge aus Serbien, zwei aus Spanien, jeweils drei Hubschrauber aus Deutschland und Holland sowie je einen aus Israel, Rumänien, Norwegen und Slowenien. Auch die Schweiz und Island wollen Griechenland helfen, sagte Diamantis. «Wir bedanken uns herzlich bei allen unseren EU-Mitbürgern und den Regierungen.»