Home grown terrorists heißen sie im internationalen Sprachgebrauch, was so viel bedeutet wie zu Hause gezüchtete Terroristen - selbst gemachte also. Seit den Anschlägen von London vor zwei Jahren gelten sie als so etwas wie der neue Schrecken der Ermittler: Sie kennen sich aus mit der westlichen Welt, sind in ihr aufgewachsen, fallen nicht auf, haben ordentliche Pässe. Dennoch gehören sie zu den ärgsten Feinden des Westens mit dem erklärten Ziel, ihn zu zerstören.

Einwanderer der dritten Generation sind es in Deutschland meist, die diese Gruppe prägen. Jugendliche mit Migrationshintergrund, die das westliche Wertesystem ablehnen, sich radikalisieren und irgendwann zu Gewalt bereit sind. Doch gibt es auch immer mehr Deutsche, Konvertiten. Auch sie sind home grown , sämtlich wütende, junge Männer, genau wie Fritz G. und ein weiterer der drei im Sauerland Festgenommenen . Hier geboren, hier aufgewachsen, hier zum Islam konvertiert und hier radikalisiert. Ihr Weg ist nicht so ungewöhnlich, wie es auf den ersten Blick scheint.

Längst ist der Islam in Deutschland nicht mehr nur die Religion von Migranten. Viele Deutsche konvertieren jedes Jahr. Sie beschäftigen sich anschließend umso eifriger mit ihrer neuen Religion. Der Zentralrat der Muslime beispielsweise wird von ihnen dominiert. Viele Mitglieder des Vorstandes haben islamische Vor- und deutsche Nachnamen: Ayyub Axel Köhler, Maryam Brigitte Weiß, Ibrahim Rüschoff, Fatima Grimm, Asiye Köhler.

Warum aber wechselt man seine Religion und damit oft auch sein gesamtes Leben? Die häufigsten Gründe sind Liebe und Heirat, ein großer Teil der Konvertiten sind Frauen. Wie viele genau, ist nicht klar. Die Vereine selbst erheben keine Zahlen, ein selbst ernanntes Islam-Archiv in Soest operiert mit sehr zweifelhaften. Beim Statistischen Bundesamt hat man nur Schätzungen, 13.000 bis 60.000 könnten es hierzulande sein, die insgesamt ihre Religion wechselten. Das Innenministerium rechnet mit 15.000 bis 40.000 "deutschstämmigen Muslimen".