Die Opfer der gewaltigen Zerstörungskraft von Autobomben sind fast immer Unbeteiligte. Über Diskotheken, in denen amerikanische Soldaten verkehren, hatten die im Sauerland Verhafteten als Ziele diskutiert, über Kasernen oder Flughäfen. Sogenannte weiche Ziele, schlecht oder gar nicht geschützt und von vielen Menschen frequentiert. Sie können auch mit großem Aufwand nicht gesichert werden und nicht dadurch, dass Freiheiten eingeschränkt werden. Terror lässt sich überall verbreiten, in jeder belebten Straße.

Schutz gibt es keinen. Mindestens 400 Meter Sicherheitsabstand braucht es, um an Gebäuden größere Schäden durch ein mit Sprengstoff gefülltes Auto zu verhindern, zitiert Davis Timothy Hillier, einen Superintendent der Londoner Polizei. Menschen haben dann noch immer kaum eine Chance. Auch ist es schwierig, den Verkauf der nötigen Grundstoffe zu überwachen, wie das Berliner Innenministerium zugibt, zu alltäglich sind sie. Doch könne man so wenigstens die "Trittbrettfahrer verhindern, die das mal im Hinterhof ausprobieren wollen", heißt es.

Um Düngerbomben herzustellen, reicht bereits ein wenig Grundwissen in Chemie. Davis zitiert dazu aus einem Treffen zwischen irischen und britischen Sicherheitsbeamten im Jahr 1996, bei dem es um die Frage ging, ob in Nordirland ein Friedensprozess möglich sei, ohne die IRA vollständig zu entwaffnen. Ein hochrangiger Offizier der irischen Polizei Royal Ulster Constabulary soll dazu bemerkt haben, dass ein Großteil an Zerstörungen und Toten sowieso auf Düngerbomben zurückzuführen sei: "Zwei Leute mit Schaufeln können in einem Kuhstall eine Tausend-Pfund-Bombe bauen und, sollte die Mission abgebrochen werden müssen, diese wieder auseinandernehmen und das alles innerhalb von zwölf Stunden. Man kann keine Schaufeln abrüsten. Es sind die Gehirne, die wir abrüsten müssen."