Die Mutter des seit vier Monaten vermissten Mädchens Madeleine , Kate McCann, ist nun offiziell zur Verdächtigen erklärt worden. Am Donnerstag sowie in der Nacht zu Freitag war sie mehr als elf Stunden lang von der portugiesischen Polizei verhört worden. Wie es Freitagmorgen noch hieß, als Zeugin. Auch der Vater Gerry McCann wird vermutlich seinen Status als Zeuge verlieren. Er wurde am Nachmittag verhört. Damit wird das britische Ärzteehepaar zum ersten Mal getrennt befragt.

Anschließend wurde auch der Vater des Mädchens vernommen. Er fuhr dazu zur Kriminalpolizei in die portugiesische Hafenstadt Portimão. Seine Frau wurde nach ihrer mehrstündigen Befragung am Freitagabend wieder auf freien Fuß gesetzt.

Die Einstufung als "Arguido" (Verdächtiger) bedeutet nach portugiesischem Recht nicht, dass die Eltern unter Anklage stehen oder festgenommen werden. Als offiziell Verdächtige dürfen die Eltern aber die Aussage verweigern und sich durch ihre Anwälte vertreten lassen.

Gerry McCann sagte kurz vor dem Verhör, seine Frau sei ebenso wie er völlig unschuldig. "Wir werden dies bis zum Ende durchkämpfen", schrieb Madeleines Vater auf der Website der Familie. Seine Frau zu verdächtigen sei "irrsinnig". Beide würden weiter nach Madeleine suchen.

Die portugiesische Polizei geht nach britischen Medienberichten nicht mehr davon aus, dass das Kind noch lebend gefunden wird. Britische Medien spekulieren über neue Verdachtsmomente gegen die Eltern. So will die Boulevardzeitung The Sun erfahren haben, dass die Ermittler auch der Vermutung nachgehen, die Eltern hätten ihrer Tochter versehentlich eine Überdosis Beruhigungsmittel verabreicht und sie dadurch unabsichtlich getötet. In Kürze sollen auch die Ergebnisse der Auswertung von DNA-Spuren aus dem Appartement bekannt gegeben werden.

Madeleine war am 3. Mai aus einem Appartement in einer Feriensiedlung an der Algarve verschwunden. Die Polizei war zunächst von einer Entführung ausgegangen. Die Eltern hatten eine beispiellose Suchaktion gestartet. Sogar der Papst hatte ihnen persönlich seinen Segen erteilt.