Erst kündigte Aldi an, seine Preise für mindestens 50 gängige Produkte zu erhöhen. Jetzt ziehen weitere Handelsgruppen nach. Deutschlands zweitgrößter Lebensmittelhändler Rewe plant für die kommende Woche Preiserhöhungen bei billigeren Artikeln. Auch der zum Tengelmann-Konzern gehörende Billigsupermarktbetreiber Plus will offenbar "zum ersten Mal seit Jahren" wieder Waren spürbar verteuern.

Ist das Einkaufsparadies Deutschland am Ende? Viele Jahre lang sanken die Preise für Lebensmittel hierzulande stetig. Im internationalen Vergleich mussten deutsche Konsumenten weit weniger Geld für solche Waren ausgeben als beispielsweise Italiener oder Franzosen. Lediglich zwölf Prozent seines Budgets hatte jeder einzelne deutsche Haushalt für Lebensmittel aufzubringen.

Doch das ändert sich gerade. Erst stiegen Milch und Butter im Preis, dann Quark und Käse, später Fleisch und Brot. Nun könnte sogar das Bier bald teurer werden. Schuld daran ist die Globalisierung. Millionen Chinesen (und auch Inder) kaufen den Weltmarkt für Nahrungsmittel leer, während in Europa und Australien in diesem Jahr wegen des miesen Wetters die Ernten schlecht sind, also Getreide für Brot und Bier sowie Futter für Schlachttiere knapp werden.

Entsprechend begründen die Handelsketten ihre Vorhaben. "Die gesamte Branche ist von deutlich gestiegenen Rohstoffpreisen betroffen", sagte ein Rewe-Sprecher. "Wir müssen - wie andere Unternehmen auch - darauf reagieren." Ähnliches hört man aus der ganzen Branche.

Die Ersten, die die Konsequenz aus dieser Kostenentwicklung zogen, waren Aldi Nord und Süd. Die Lebensmittelzeitung berichtet am Freitag, es werde damit gerechnet, dass bis zu 380 Produkte - fast die Hälfte des Stammsortiments von Aldi - teurer werden. "So etwas hat es in den vergangenen 50 Jahren noch nie gegeben", zitiert das Fachblatt einen Hersteller.