"Hier werden wir ein großes Fußballtor als Eingang errichten." Zwischen seinem Raspelbart und den Stoppelhaaren grinst Lars Rehder und deutet mit dem Finger in die Runde. "Die Gräber werden sich dort in mehreren Reihen halbrund erstrecken – wie eine Tribüne. Und dort drüben", er zeigt auf Buchen und Eichen, hinter denen sich das Stadion des HSV in den Himmel reckt, "bin ich als Kind schon rumgeklettert."

In seiner grünen Arbeitshose steht der Friedhofsgärtner vor einem Blumenbeet. In die schwarze Erde ist eine Raute gezeichnet: das Vereinszeichen des Hamburger Sportvereins. "Nur ein Vorab-Test, um zu sehen wie es aussieht", sagt er. In etwa einem Jahr soll es fertig sein. Auf dem Altonaer Friedhof in Hamburg sollen sich dann HSV-Anhänger im HSV-Sarg und mit Stadionhymne im Hintergrund beerdigen lassen können. Die Bauarbeiten für den Fan-Friedhof beginnen nach etwa zweijähriger Planungsphase am 16. September 2007, dem "Tag des Friedhofs".

"Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass das etwas Gutes wird", sagt Rehder. Es werde eine bunte Mischung geben. Für den Fan vom Business-Sitz ein Familiengrab. Für den Fanblock etwas fürs kleine Geld: 25 Jahre für weniger als 2500 Euro, alle Grab- und Friedhofskosten inklusive. "Und", sagt Rehder, "ich bin mir sicher, mit dem Angebot können wir Bestattungen von anderen Friedhöfen abziehen".

Lars Rehder ist Geschäftsmann und Friedhofsgärtner. Der Tod ist für ihn etwas Alltägliches, kein Makel, kein Tabu, etwas, das schon immer da war. Seine Eltern gründeten vor mehr als 40 Jahren die Friedhofsgärtnerei. Dort, wo sein Vater Trauerblumen pflanzte und Wege harkte, wuchs er auf.

Seit zehn Jahren leitet er das Blumengeschäft und die Gärtnerei. Er hat den Laden komplett überarbeitet, kundenfreundlicher gestaltet. Wenn heute jemand ein Grab von seiner Firma bepflanzen lässt, bekommt er danach ein Foto mit dem Ergebnis zugeschickt. Rehder sitzt im Vorstand des Bundes- und des Landes-Verbandes der Friedhofsgärnter, er kümmert sich um Marketing- und Öffentlichkeitsarbeit und steuert die Geschicke der Friedhofsgenossenschaft Hamburg. Er arbeitet dafür, dass seine Kollegen endlich "den Staub vom Friedhofsimage wegblasen." Und er mag Lotto King Karl, den Sänger der HSV-Hymne.