Ähnlich wie Österreich war auch Polen bis ins frühe 20. Jahrhundert von einer feudalen Kultur geprägt. Man fühlte sich zur französischen Lebensart hingezogen und schätzte die westliche Kultur. Als der Sozialismus zur Staatsideologie avancierte, wurde zwar gründlich mit dem Adel aufgeräumt, aber gewisse Vorstellungen blieben nicht nur in der Opposition erhalten. Sie sind bis heute spürbar.

Bei der Arbeit

Die meisten Polen sprechen Englisch, einige auch Deutsch. Da Deutsch aus historischen Gründen eine eher belastete Sprache ist, sollte man als erste Fremdsprache immer Englisch wählen. Zudem ist Englisch auch in allen wirtschaftlichen Belangen die wichtigste Sprache.

Im schriftlichen Austausch existiert kein bestimmter Code. Die Schwierigkeit liegt eher darin, überhaupt einen Brief in Polnisch zu verfassen. Zu empfehlen wäre es deshalb, Verträge und wichtige Schriftstücke ins Polnische übersetzen zu lassen. Es wird sehr geschätzt, wenn man den Schriftverkehr auf Polnisch bestreiten kann.

Wichtig dabei ist aber, dass man sich an gewisse Formeln hält, etwa die Anrede: Szanowny Pan (Sehr geehrter Herr) oder eleganter Wielmożna Pani (etwa Hochwohlgeborene Dame).

In Polen kommt man rasch zur Sache. Eine anfängliche Reserviertheit nimmt in den meisten Fällen schnell ab und macht einer freundlichen Offenheit Platz. Vor allem, wenn die Positionen der Gesprächspartner klar sind.

Essen und Trinken

Die traditionelle polnische Küche bietet wenig Abwechslung für Vegetarier und erinnert in ihrer Deftigkeit an die deutsche. Im Restaurant wird man vom Kellner empfangen und an den Tisch geführt. Die polnischen Restaurants verfügen mehrheitlich über eine internationale Speisekarte mit einem Repertoire an landestypischen Speisen. Man legt zwar in gewissen Kreisen Wert darauf, international zu speisen, ist jedoch zugleich sehr stolz auf die polnische Küche.