Der Softwarekonzern Microsoft befindet sich laut Medienberichten in Verhandlungen über eine Minderheitsbeteiligung am Online-Sozialnetz Facebook. Zu einem horrenden Preis: Wie das Wall Street Journal schreibt, könne für eine Fünf-Prozent-Beteiligung eine Zahlung von 300 Millionen bis 500 Millionen US-Dollar fällig werden, falls die Verhandlungen erfolgreich seien.

Der Einstieg bei Facebook würde Microsoft im Wettbewerb mit dem Suchmaschinenkonzern Google um E-Mail-Benutzer und Werbekunden helfen. Microsoft ist schon seit Längerem auf der Suche nach Beteiligungen an einem Internetangebot, das neue Wege für Internet-Nutzer biete, andere Menschen zu treffen und mit Freunden im Netz Kontakte zu pflegen. Microsofts Online-Werbeeinnahmen fallen weit hinter denen von Branchen-Primus Google und Yahoo! zurück.

Facebook hat die Zahl seiner Mitglieder innerhalb von Jahresfrist von neun Millionen auf 40 Millionen erhöht. Es holt rasch im Wettlauf mit dem größeren Rivalen MySpace von Rupert Murdochs News Corp auf. Auf Facebook können die User eine selbst gepflegte Website einrichten, Fotos und Videos austauschen und miteinander kommunizieren. Das Portal rechnet in diesem Jahr mit einem Gewinn von 30 Millionen Dollar bei einem Umsatz von 150 Millionen Dollar.

Allerdings deutet sich nach Informationen des Wall Street Journal ein Gerangel von Microsoft mit Google an, das ebenfalls Interesse an Facebook habe. Auch andere Investoren, nämlich Hedge-Fonds und Investmentfirmen, haben Interesse an einer Facebook-Beteiligung.

Bisherige Versuche von Microsoft, aber auch von Yahoo und Viacom, Facebook komplett zu übernehmen, waren gescheitert. Der 23-jährige Facebook-Gründer Mark E. Zuckerberg hatte noch im vergangenen Jahr eine Offerte von 900 Millionen Dollar für das gesamte Unternehmen durch Yahoo! abgelehnt. Zuckerberg wolle die Firma unabhängig halten und an die Börse gehen.

Die aktuellen Investmentdiskussionen seien Teil der neuen Facebook-Bemühungen für eine Kapitalbeschaffung, um das Wachstum des Unternehmens zu unterstützen und den gegenwärtigen Aufschwung zu nutzen, berichtete das Wall Street Journal . Facebook suche demnach eine Gesamtbewertung von mindestens zehn Milliarden Dollar für das Unternehmen. Interessierte Bieter hätten Bereitschaft gezeigt, die Gesellschaft mit insgesamt bis zu 13 Milliarden Dollar zu bewerten.