Militär und Polizei haben am Mittwoch begonnen, die seit mehreren Tagen in Birma andauernden Proteste niederzuschlagen. Sie setzten Tränengas ein, nahmen mehr als 200 Mönche fest und töteten Angaben eines Klosters zufolge mindestens zwei Demonstranten. Hier ein Überblick über die 45-jährige Geschichte der Militärherrschaft und des Widerstands in dem südostasiatischen Land.

März 1962: General Ne Win putscht sich an die Macht und setzt den Premierminister U Nu ab.

März 1988: Ein Kampf zwischen Studenten und Einheimischen in einem Teehaus in Rangun führt zu Demonstrationen. Dutzende Studenten werden von Polizisten und Soldaten getötet.

18. September 1988: Lebensmittel und Treibstoff in Rangun werden knapp. General Saw Maung stürzt die regierende Sozialistische Partei Birmas nach zweimonatigen Demonstrationen. Er errichtet den Staatsrat für die Wiederherstellung von Recht und Ordnung (SLORC). Mehr als 3000 Demonstranten werden in den Tagen nach dem Umsturz getötet.

19. bis 20. Juli 1989: Die Politiker Aung San Suu Kyi und Tin Oo von der Nationalen Liga für Demokratie (NLD) sagen einen geplanten Marsch von 100 oppositionellen Gruppen ab. Sie befürchten, das Militär könne die Demonstration mit Gewalt beenden. Beide werden unter Hausarrest gestellt. Tin Oo wird später zu drei Jahren Haft verurteilt.

August 1990: Bei Demonstrationen für die Einsetzung des gewählten Parlaments werden mehrere Menschen getötet. General Maung hatte den überragenden Wahlsieg von Suu Kyis Partei nicht anerkannt.

27. September 1996: Die Polizei verbietet der NLD, ein Treffen in Suu Kyis Haus abzuhalten. Viele Parteimitglieder werden festgenommen.

Januar 1997: 14 Menschen müssen wegen ihrer Teilnahme an Studentendemonstrationen im Dezember 1996 für sieben Jahre ins Gefängnis. Darunter befinden sich auch fünf NLD-Mitglieder.

16. März 1997: Nach anti-muslimischen Ausschreitungen in Mandalay wird eine Ausgangssperre verhängt. Eine Woche später werden 100 Mönche, die eine Moschee in Rangun erstürmen wollten, von Sicherheitskräften festgenommen.