ZEIT online: Gab es denn schon Anfragen?

Julia Franck: Es gab tatsächlich schon Filmverträge für "Liebediener" und "Lagefeuer". Bei "Liebediener" sind sie bereits gescheitert, bei "Lagerfeuer" sieht es nach fast vier Jahren ähnlich aus. Es stellt sich heraus, dass vieles, was für den Film wichtig ist, in meinen Büchern nicht vorhanden ist. Für einen Film ist es wichtig, dass die Hauptfigur eine in der Dramaturgie sehr strenge und spannende Entwicklung zeigt – das ist in der Literatur meistens anders. Literatur lebt – und das ist in meinen Büchern auch der Fall – von Retardierungen, von Verlangsamungen. Das ist im Film kaum nachzubilden. Die verschiedenen Blickwinkel eines Romans kann eine Kamera nicht einfangen. Sie kann nicht zugleich von innen und außen sehen.

Julia Franck wurde 1970 in Berlin geboren. Sie studierte Altamerikanistik, Philosophie und Germanistik an der Freien Universität Berlin. Ihr Debütroman "Der neue Koch" erschien 1997, danach folgten die Romane "Liebediener" (1999) und "Lagerfeuer" (2003).

Die Fragen stellte Susanne Geu