Dieser Raum atmet Utopie, und zwar in vollen Zügen. Die großzügigen Terrassen der Berliner Nationalbibliothek ballen eine der größten Sammlungen von Wissen überhaupt, und eröffnen sie dem Nutzer mit ausladender Geste. Hier sind es sagenhafte 3500 Besucher am Tag.

Peanuts würde man bei Google sagen. Millionen Deutsche nutzen das Internet, um jeden Tag Informationen aus dem Netz zu filtern. Sie tun dies allein vor dem Monitor zu Hause. Und eben diese surfenden Freizeitforscher und Entdecker sollen die Zielgruppe sein für Zeno.org - der größten Online-Bibliothek Deutschlands.

Seit ca. 14 Jahren digitalisiert man hier geisteswissenschaftliche Literatur und vertreibt sie auf CD-ROM - unter anderem auch Klassiker des Reclam Verlags. Zudem sind vor allem Werke der Weltliteratur, also Romane, Dichtung und Enzyklopädien (z. B. ältere Brockhaus-Ausgaben), zu finden, die nicht mehr urheberrechtlich geschützt und somit frei verfügbar sind. Neben Volltexten, etwa von Goethe, sind verschiedene Faksimiles historischer Drucke einsehbar.

Nach der Begriffseingabe bietet Zeno.org verschiedene Kategorien für eine differenziertere Suche. So können die Nutzer bei der Literaturrecherche zunächst nach Sprache, dann Gattung und Zeitraum einschränken. Selbst einzelne Zitate sind leicht im Kontext zu lokalisieren.

Die Seite der Zenodot Verlagsgesellschaft speist sich aus Inhalten der Directmedia Publishing GmbH. Nach deren Angaben sind momentan gut 600 Millionen Wörter sowie 420.000 Bilder im Archiv verfügbar. Auf eine Referenzgröße etwa in Bänden, die das Portal mit herkömmlichen Bibliotheken vergleichbar machen würde, wolle man sich nicht einlassen. Es läge in der Natur des Mediums, so der Verlag, jegliche Gliederung in Seiten, Bänden oder Editionen zu vermeiden.

Zum Vergleich: Die Nationalbibliothek Berlin verfügt über einen Bestand von mehr als zehn Millionen Bücher und Zeitschriftenbände sowie über ein Bildarchiv mit zwölf Millionen Motiven. Die Krux hierbei ist allerdings, dass lediglich 100.000 dieser Motive sowie eine überschaubare Menge an Dokumenten (darunter Beethovens Sinfonie Nr. 9, d-Moll, op.125) digitalisiert worden sind. Eine Zahl, die Zeno.org spielend übertrifft.