Der Deutsche Buchpreis geht in diesem Jahr an Julia Franck . Der 37 Jahre alten Schriftstellerin wurde die vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels ins Leben gerufene und mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung am Montagabend im Frankfurter Römer überreicht.

Franck erhält den Preis für ihren Roman Die Mittagsfrau . Mit der Auszeichnung, die der Börsenverein am Vorabend der Frankfurter Buchmesse verleiht, wird der beste deutschsprachige Roman des laufenden Jahres prämiert.

Zur Begründung erklärte die Jury, Francks Buch überzeuge durch sprachliche Eindringlichkeit, erzählerische Kraft und psychologische Intensität. Vor dem Hintergrund zweier Weltkriege erzähle Franck die Geschichte einer Frau, die ihren Sohn verlässt, ohne sich selbst zu finden. Die Mittagsfrau sei "ein Roman für lange Gespräche". Die Jury habe sich mit großer Mehrheit für diesen Roman entschieden, hieß es weiter.

Julia Franck wurde 1970 in Berlin-Lichtenberg geboren. 1978 siedelte ihre Familie in den Westen über. An der Freien Universität Berlin studierte Franck Altamerikanistik, Philosophie und Germanistik. 1997 veröffentlichte sie ihren Debütroman Der neue Koch . Es folgten 1999 der Roman Liebesdiener und 2000 der Erzählband Bauchlandung . Nach der Geburt ihrer beiden Kinder erschien im Herbst 2003 der Roman Lagerfeuer.

Nominiert für den diesjährigen Buchpreis waren ferner die Autoren Thomas Glavinic, Michael Köhlmeier, Katja Lange-Müller, Martin Mosebach und Thomas von Steinaecker. Alle fünf erhalten je ein Preisgeld von 2500 Euro. Vorausgegangen war der Entscheidung ein monatelanges Auswahlverfahren. Die siebenköpfige Jury las knapp 120 Romane, die von Verlagen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vorgeschlagen worden waren.

2005 hatte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels den Buchpreis erstmals vergeben. Gewinner war der Österreicher Arno Geiger für seinen Roman Es geht uns gut. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an Katharina Hacker für Die Habenichtse . Der Preis hat sich in kurzer Zeit ein großes Renommee erworben.