Spanien ist kein einheitliches Land. Der bei uns weitläufig als Spanien bezeichnete Teil der Iberischen Halbinsel wird von verschiedenen Bevölkerungsgruppen bewohnt, die ihre ganz eigenen kulturellen Traditionen pflegen und sich gern voneinander abgrenzen. Katalanen, Galicier und Basken haben darüber hinaus eine eigene Sprache, die sie keinesfalls als spanischen Dialekt verstanden wissen wollen.

Diese Tatsache sollte im Umgang mit den Bewohnern der Peninsula nicht außer Acht gelassen werden, denn im Lande Cervantes’ pflegt man ein stolzes Gebaren. Eine nicht zu Unrecht oft zitierte Charaktereigenschaft, wie man schon bald feststellen wird.

Bei der Arbeit

Auch die Integration Spaniens in die EU hat kaum etwas am strikten Siesta-Regime geändert. Allerdings sind in jüngster Zeit immer wieder Diskussionen über die Abschaffung der langen Mittagszeit entflammt – bisher ohne Ergebnis.

Die Siesta wird nicht nur von Ladenbesitzern, sondern auch im Geschäftsleben getreulich der spanischen Tradition praktiziert. Was zur Folge hat, dass die Spanier am ehesten zwischen 10 und 14 Uhr und ab etwa 16 oder 17 Uhr bis 20 Uhr erreichbar sind. Natürlich ist man im Norden gewohnt, schon etwas früher mit der Arbeit zu beginnen und dafür auch etwas früher aufzuhören. Auch haben gewisse Ämter zum Teil durchgehend und bis zum Abend geöffnet. Die allgemeinen Publikumszeiten der Ämter in Spanien sind jedoch nach wie vor von 9 bis 14 Uhr.

Erkundigen Sie sich nach den genauen Arbeitszeiten, und hüten Sie sich davor, jemanden während der Siesta zu stören. Ruhestörungen während der »heiligen« Zeit gelten in Spanien als unverzeihliches Sakrileg.

In der Regel kommt man in Spanien bis zu einer halben Stunde zu spät. Aber Vorsicht, es gibt Ausnahmen: Die Katalanen gelten als sehr pünktlich und sehen es gar nicht gern, wenn ihre Geschäftspartner zu spät eintreffen. Vor allem nicht, wenn es sich um Partner aus dem deutschen Sprachraum handelt.

Man kleidet sich gern gut und korrekt. Anzug und Hemd sind im Geschäftsleben selbstverständlich. Auch in der Hitze des Hochsommers ist leichte Sommerkleidung lediglich am Strand angebracht, nicht aber bei der Arbeit. Der weibliche Kleidungsstil ist in den Städten modisch schick, aber nicht zu extravagant.

Essen und Trinken