Die Internet-Revolution rast mit atemberaubendem Tempo weiter. Getrieben wird sie allen voran von Google, dem Giganten, der derzeit alles dominiert. Die andere Achse bilden "User Generated Content" und "Social Networks" wie YouTube, MySpace, Flickr, Facebook und Bebo, um nur einige der besonders bekannten und erfolgreichen Namen zu nennen.

Die Geldsummen, die für Social-Network-Seiten geboten werden, wirken immer abenteuerlicher. Microsoft ist bereit, 500 Millionen Dollar für einen fünf prozentigen Anteil an Facebook zu zahlen. Der Börsenwert von Facebook beliefe sich danach auf 10 Milliarden Dollar – nicht schlecht für ein Unternehmen, das vor gerade drei Jahren aus der Taufe gehoben wurde und 2007 nicht mehr als 100 Millionen Dollar Umsatz machen wird, rund 2 Dollar 50 pro eingeschriebenem Mitglied.

Entsprechend winzig ist der Gewinn, der verbucht wurde. Doch die nackten Zahlen, die für sich sprechen und potenzielle Interessenten auf den Boden der Realität zurückführen sollten, werden ignoriert.

Seit Rupert Murdoch MySpace erwarb, für 675 Millionen Dollar, wollen andere Konzerne beim Kampf ums World Wide Web nicht zurückfallen. Als Yahoo im vergangenen Jahr 1 Milliarde für Facebook geboten haben soll, reagierte Mark Zuckerberg, der mit 22 das Webportal gründete, darauf mit einem müden Lächeln. Er wusste warum. Die cleveren Kids des Internets haben längst die Mechanismen erkannt, die am Werke sind, und nutzen sie aus. Wo es technologische Neuerungen gibt, existiert zwangsläufig auch Hype, der sich rasch aufbaut, und dem zu widerstehen selbst hartgesottenen Managern schwerfällt.

Vielleicht sollte man statt von Web 2.0 von Techbubble 2.0 sprechen. Niemand weiß, wohin die Reise geht, wie gut es um die Aussichten auf Erfolg und Gewinn steht. Aber alle wollen dabei sein. Die bitteren Lehren der Vergangenheit sind vergessen, wie weggeblasen die Erinnerung ans unsanfte Erwachen, als die Internetblase vor gerade sechs Jahren platzte.