Neue Runde im Kampf der Giganten: Microsoft steigt mit einem Minderheitsanteil bei der erfolgreichen Internet-Kontaktbörse Facebook ein und schlägt damit den Konkurrenten Google aus dem Feld; zumindest vorerst. Für 240 Millionen Dollar kauft der Software-Konzern etwa 1,6 Prozent der Facebook-Anteile. Microsoft selbst bewertet Facebook damit insgesamt mit 15 Milliarden Dollar . Noch vor einem Jahr war der Wert der Kontaktbörse auf rund eine Milliarde Dollar geschätzt worden.

Mit diesem Deal sichert sich Microsoft exklusiv die internationalen Werberechte auf den Facebook-Seiten. Für den amerikanischen Markt gibt es schon einen entsprechenden Vermarktungsvertrag zwischen beiden Unternehmen, der noch bis 2011 läuft.

Facebook gilt als der neue Star unter den Sozialen-Netzwerk-Seiten des Web 2.0 . Im September kam das Angebot auf 30,6 Millionen Nutzer ( unique visitors ) und steigerte sich im Vergleich zum Vorjahr um fast 130 Prozent. MySpace, das bislang erfolgreichste Social-Network -Angebot, hat zwar doppelt so viele Nutzer wie Facebook, wächst aber inzwischen wesentlich langsamer.

Lange war spekuliert worden, dass Google bei Facebook einsteigen wolle. Insofern ist die Microsoft-Beteiligung ein symbolischer Sieg im Ringen der beiden Konzerne. Praktisch aber geht es zunächst um ein erweitertes Anzeigengeschäft, von dem noch völlig unklar ist, ob seine Aussichten die Kosten rechtfertigen. Denn was Microsoft vermarktet, sind klassische Banneranzeigen. Dieses Reklameformat macht im internationalen Durchschnitt zwar immerhin etwa 40 Prozent des Online-Werbemarktes aus, in Deutschland ist es sogar noch ein bisschen mehr. Doch Googles Erfolg beruht auf thematisch zugeordneten Textanzeigen - und die haben einen deutlich höheren Marktanteil. Weshalb die Beteiligung Microsofts zwar ein PR-Erfolg des Softwareriesen ist, Google letztlich aber nicht so sehr trifft.