Auf dem Parteikongress stimmten am Freitagnachmittag 483 Delegierte für Beck. 17 votierten gegen ihn, 6 enthielten sich. Bei 518 abgegebenen Stimmen entspricht das einem Wahlergebnis von 95,5 Prozent.

Die Wahl war nach den Auseinandersetzungen zwischen Beck und Vizekanzler Franz Müntefering mit Spannung erwartet worden. Die 95 Prozent bedeuten ein sehr gutes, allerdings kein überwältigendes Ergebnis für den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten. Bei seiner ersten Wahl 2006 hatte er mit 95,1 Prozent fast genauso viele Stimmen erhalten.

Eine Alternative hatten die Delegierten allerdings auch kaum: Hätten sie Beck für den Streit mit Müntefering abgestraft, hätten sie den Vorsitzenden, der erst seit anderthalb Jahren amtiert, beschädigt. Nach den mehrfachen Führungswechseln und angesichts der schwachen Umfragewerte der SPD hätte das die Partei weiter zurückgeworfen. So steht sie nun fürs Erste weitgehend geschlossen hinter ihrem Vorsitzenden.

Beck sagte, es sei ihm eine "Ehre", dieses Ergebnis anzunehmen. In einer eher mäßigen Grundsatzrede hatte er zuvor den Streit um die Verlängerung des Arbeitslosengelds I und die Reformagenda nur kurz gestreift. Er wies den Vorwurf zurück, er vollziehe einen "Linksrutsch", und griff die Union und Bundeskanzlerin Angela Merkel deutlich an.