Gegen den Willen der Parteispitze beschlossen die Delegierten auf ihrem Parteitag in Hamburg ein allgemeines Tempolimit von 130 Stundenkilometern auch auf Autobahnen.

Ausserdem hat sie sich für einen radikalen Umbau der Energiepolitik im Kampf gegen den Klimawandel ausgesprochen. Um die Treibhausgase in Deutschland bis 2020 um 40 Prozent zu vermindern, müsse der Stromverbrauch bis dahin um elf Prozent durch Einsparungen gesenkt werden, heißt es in einem einstimmig verabschiedeten Leitantrag. Der Anteil von erneuerbarer Energie müsse um 14 Prozent und der von Biokraftstoffen um 20 Prozent gesteigert werden.

Umweltminister Sigmar Gabriel sagte in der Aussprache, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe bei der Umsetzung der Klimaziele der Bundesregierung die Unterstützung der Sozialdemokraten. Sie müsse aber dafür sorgen, dass auch Unions-Ministerpräsidenten ihren Widerstand dagegen aufgäben.

In dem SPD-Beschluss wird zudem der Ausstieg aus der Atomenergie bekräftigt. Ältere Atommeiler müssten möglichst schnell stillgelegt und ihre Strommengen auf modernere Anlagen übertragen werden.

Weiter spricht sich die SPD für eine Erhebung der Kfz-Steuer nach dem Schadstoffausstoß aus. Gegen die Empfehlung der SPD-Spitze votierten die Delegierten dafür, dass beim Bau neuer Kraftwerke nur noch die Kraft-Wärme-Koppelung zulässig sein soll.

Der Parteitag diskutiert am Sonnabend auch über die Bahnprivatisierung. Die Kritiker wollen eine Volksaktie, die Befürworter versuchen dies mit allen Mitteln zu verhindern.