Vor einigen Jahren, als Japan unter einer Bankenkrise ächzte, veröffentlichte der IWF ein Arbeitspapier, in dem seine Ökonomen die Gründe für die Turbulenzen analysierten ( hier als .pdf-Datei). Diese ließen sich, so das Ergebnis der Experten, auf wenige Punkte zurückführen:

Zum einen beobachteten sie, dass der Bankenkrise eine Blase der Vermögenspreise vorausgegangen war, die allerdings schon einige Jahre zuvor geplatzt war. Die Exzesse hatten sich nicht auf den Aktienmarkt beschränkt. Mindestens ebenso groß waren die Übertreibungen im Immobiliensektor gewesen. Zu einem großen Teil waren diese Übertreibungen auf die Liberalisierung der Finanzmärkte zurückzuführen, die aber ohne ausreichende Anpassung des regulatorischen Umfelds erfolgt war. Man gab den Finanzinstituten also deutlich mehr Möglichkeiten, ohne ihre neuen Rahmenbedingungen klar zu definieren.

Als weiteren Punkt führten die Autoren eine schwache Unternehmensführung an. Die Aufsichtsgremien erfüllten ihre Pflichten nur nachlässig. Für strenge Kontrollen schien es keinen Grund zu geben - schließlich wuchsen die Gewinne der Unternehmen und der Banken ja immer weiter.

Besonders überrascht war der IWF damals davon, dass die Krise in einem Bankensystem auftrat, das noch wenige Monate zuvor als besonders robust und stark angesehen worden war. Diese Einschätzung verleitete die Aufsichtsbehörden, zu Beginn der Krise falsche Entscheidungen zu treffen. Statt die Krise einzudämmen, verstärkten sie die Probleme.

Eine zentrale Ursache der Bankenkrise schließlich fand sich im Bankensektor selbst. Der Wettbewerb war so hart, dass die Margen für einzelne Geschäfte immer weiter zurückgingen. Das veranlasste die Banken dazu, ihren Kunden immer riskantere Geschäfte anzubieten. Sie wollten ihren Umsatz erhöhen, um so den Margendruck auszugleichen. Statt die Bonität ihrer Kreditkunden genau zu betrachten und im Zweifelsfall ein Darlehen zu verweigern, verließen die Institute sich darauf, dass die Immobilienpreise und die Aktienkurse stetig weiter steigen würden. Das allein reichte schon, um einen Kreditantrag zu genehmigen.

Als dann die Vermögenspreise aufhörten zu steigen, begannen die Schwierigkeiten. Plötzlich stellten die Banken fest, dass die von ihren Kunden hinterlegten Sicherheiten – eben Aktien oder Immobilien – immer weniger wert waren. Mehr und mehr Kredite wurden faul. Die Banken mussten große Werte abschreiben, einige gerieten in ihre Existenz bedrohende Schieflagen.