Stanford, Kalifornien. Auch modernste Umfragetechniken liefern so widersprüchliche Vorhersagen wie die Orakel der Sphinx, der Haruspexe und Auguren. Hier ist das Einerseits einer neuen Prognose aus dem US-Wahlkampf: Genau die Hälfte aller Amerikaner wünscht sich für 2009 einen Demokraten als Präsidenten. Nur ein Drittel will einen Republikaner, und der Rest ist unentschieden. Der Strom des Zeitgeistes hat sich also gegen die Bush-Partei gewendet.

Gut für Hillary Clinton, die nicht nur die meisten Geld-Bataillone hat, sondern auch in den Umfragen ganz vorn im Pulk der demokratischen Bewerber läuft? Ja, wenn die Forscher die nächste Frage stellen: Was schätzen Sie an Mrs. C.? 51 Prozent nennen als Positivum ihre "Erfahrung", was immer ein Plus im Wahlkampf ist.

Doch nun zum Anderseits: Wie steht es mit ihrer Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit? Da haben fast die Hälfte der Amerikaner (43 Prozent) ihre Zweifel. Nur ein Drittel hält sie für ehrlich und vertrauenswürdig. Kein Wunder, sie hat ihre Positionen zu oft gewechselt - mal sagte sie "ja" zum Irak-Krieg, dann "nein".

Und jetzt die eigentliche Überraschung. Auf der Republikaner-Seite läuft Rudy Giuliani an der Spitze - vor Mitt Romney, Fred Thompson, John McCain und Co. Wen würden die Amerikaner wählen, wenn beide Spitzenkandidaten, also Giuliani und Clinton, gegeneinander anträten? Die Antwort ist erstaunlich: Gleichstand! Giuliani bekäme 45 Prozent, Clinton 46.