„Als ich 1969 Verteidigungsminister wurde, stieß ich auf Pläne der Nato und der deutschen Militärs, entlang der Zonengrenze auf westdeutscher Seite Hunderte atomarer Landminen zu vergraben“, sagte Schmidt dem ZEITmagazin LEBEN. „Gemeinsam mit einem Amerikaner habe ich diesen todgefährlichen Unfug beseitigen können. Der Amerikaner hieß Melvin Laird, er war damals amerikanischer Verteidigungsminister.“

„Die damaligen Pläne waren weit gediehen“, sagte der Altkanzler weiter. „Ich habe gesagt, wenn irgendein kommunistischer Kommandeur in der Verfolgung irgendwelcher flüchtigen Leute über die Grenze rüberkommt, und eine atomare Mine geht hoch, dann heben alle deutschen Soldaten die Hände hoch, dann ist Schluss der Verteidigung. Dieses Argument hat den amerikanischen Verteidigungsminister überzeugt. Er war genau wie ich ein alter Soldat und wusste, was man Soldaten zumuten kann und was nicht.“

Die Nato-Pläne gelangten damals nicht an die Öffentlichkeit. Schmidt: „Wir haben das mit Fleiß ganz leise gemacht, um auf beiden Seiten des Atlantiks keine großen Aufregungen auszulösen.“