Der baden-württembergische Landtagsabgeordnete erklärte am Dienstag vor seiner Fraktion, er werde die Partei verlassen. Der 52-Jährige hatte seiner Partei den Rückzug schon mehrfach angedroht. Er begründete seinen Entschluss mit einem "persönlichen und programmatischen Entfremdungsprozess".

Metzger bezeichnete sich selbst gern als "ordoliberalen Grünen", also als einen, der sich inmitten der antikapitalistisch geprägten Partei zu Markt und Wirtschaft bekannte. Der Kurs, den seine Partei nach der Bundestagswahl 2005, nach sieben Jahren Regierungsverantwortung, einschlug, gefiel ihm nicht. Immer wieder warnte er seine Partei vor einem "Linksruck".

Als deutliches Anzeichen eines "Linksrucks" interpretierte Metzger den Bundesparteitag der Grünen am vergangenen Wochenende . Da beschloss seine Partei ein Milliardenprogramm zur Aufstockung der Hartz-IV-Bezüge. Metzger hatte wiederholt davor gewarnt, und dafür deutliche, bald scharf kritisierte Worte gewählt: Viele Sozialhilfe-Empfänger sähen "ihren Lebenssinn darin, Kohlenhydrate oder Alkohol in sich hineinzustopfen , vor dem Fernseher zu sitzen und das Gleiche den eigenen Kindern angedeihen zu lassen". Das weiterhin staatlich zu alimentieren sei widersinnig, hatte Metzger gesagt – und damit den letzten Kredit in den grünen Reihen verspielt.

Fraktionsvize Christian Ströbele warf Metzger daraufhin vor, Vorurteile zu schüren, die Besserverdienende sonst nur am Stammtisch gegenüber Sozialhilfeempfängern äußerten. Fraktionschefin Renate Künast legte Metzger in der vergangene Woche die konsequente Umsetzung seiner Rücktrittsgedanken nahe: "Wenn er gehen will, soll er das tun."

Künast nannte Metzger einen "arroganten Bildungsbürger, der sich nicht nur kontraproduktiv, sondern auch noch egozentrisch verhält".

An diesem Dienstag kündigte Metzger nun an, er werde sein Landtagsmandat zurückzugeben und nicht unmittelbar zu einer anderen Fraktion wechseln. Seine politische Zukunft indes ließ Metzger zunächst offen. Für ihn komme sowohl die Union als auch die FDP als neue Heimat infrage, sagte er. Über die Wertschätzung von Politikern beider Parteien in den vergangenen Tagen habe er sich "persönlich gefreut". Er habe aber nicht vor, "schnurstracks" zu einer anderen Partei zu gehen. Der Abschied von den Grünen lasse sich nicht so einfach wegstecken.