FDP-Chef Guido Westerwelle appellierte am Montag mit Blick auf den früheren Bundestagsabgeordneten Oswald Metzger, der die Grünen möglicherweise verlassen wird, an alle Grünen "mit wirtschaftspolitischer Vernunft", zu den Liberalen zu wechseln. Im Gegenzug legte der Grünen-Vorsitzende Reinhard Bütikofer FDP- Mitgliedern, die mit dem Kurs der Parteiführung in Sachen Bürgerrechte nicht einverstanden seien, den Übertritt nahe.

An den Finanzexperten Metzger gewandt sagte Bütikofer: "Ich fände es schade, wenn Oswald geht." Zugleich forderte er ihn jedoch auf, seine abfälligen Äußerungen über Sozialhilfeempfänger zurückzunehmen. Metzger hatte in einem Interview gesagt, viele Sozialhilfeempfänger stopften nur Kohlehydrate und Alkohol in sich hinein. Er hatte damit in seiner Partei Empörung ausgelöst. Der baden-württembergische Grünen-Politiker will an diesem Dienstag bekanntgeben, ob er die Partei aus Protest gegen deren Kurs in der Sozialpolitik und einen angeblichen Linksschwenk verlässt.

Westerwelle empfahl der anderen Oppositionspartei wegen ihres auf dem Parteitag am Wochenende beschlossenen Sozialprogramms, ihr Sonnenblumenlogo gegen einen "Dukatenesel" auszutauschen. Er warf den Grünen eine neue "Schuldenmentalität" vor und nannte sie nicht regierungsfähig.

Bütikofer konterte: "Alle Liberalen, denen es unsäglich auf den Geist geht, dass ihr Vorsitzender Westerwelle nie ein klares Wort in Sachen Bürgerrechte findet, sind herzlich willkommen bei den Grünen."