Die guten Nachrichten über die deutschen Schüler reißen nicht ab. Beim Naturwissenschaftstest von Pisa ist Deutschland in der internationalen Tabelle deutlich nach oben gerückt und liegt mit den Leistungen seiner Fünfzehnjährigen klar über dem Durchschnitt der OECD-Staaten. Zwar lässt sich die neue Studie nicht direkt mit der vorangegangenen vergleichen, da sie sich durch eine neue Schwerpunktsetzung verändert hat. Aber vieles spricht dafür, dass mit dem guten Rang im internationalen Vergleich auch ein spürbarer Leistungszuwachs der deutschen Schüler in den Naturwissenschaften einhergeht.

Der Abstand zum Pisa-Spitzenreiter Finnland ist weiterhin groß, aber die Tendenz ist eindeutig: Seit dem "Pisa-Schock" im Jahre 2001 zeigt sich eine Trendwende zum Positiven an Deutschlands Schulen. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn aus anderen Ländern wird sogar ein Leistungsrückgang gemeldet.

Nach den ermutigend guten Ergebnissen der Grundschulstudie Iglu ist das ein Beleg für einen Mentalitätswandel in Deutschland: In den Elternhäusern wird mehr Wert auf das Lesen gelegt, in den Schulen modernisieren viele Lehrer ihren Unterricht, und es wird wieder mehr auf Leistung geachtet. Wie Deutschland in den anderen Pisa-Disziplinen (Mathematik, Lesen) abgeschnitten hat und wie es um die Gerechtigkeit im deutschen Schulsystem bestellt ist, das werden wir am 4. Dezember erfahren, wenn die Studie offiziell vorgestellt wird.

Dann wird eine Bilanz über die deutsche Schule nach Pisa fällig.