In einer nächtlichen Krisensitzung in Frankfurt verständigten sich die Eigentümer der SachsenLB und weitere Beteiligten auf die Risikoübernahme bei dem schwer angeschlagenen Institut. Das bestätigte ein Sprecher der Landesbank Baden-Württemberg am Donnerstagmorgen. Gemeinsam mit mehreren Partnern und unter Einbeziehung der Finanzaufsicht BaFin und der Bundesbank sei in der Nacht eine Lösung gefunden worden. Auch der Sparkassenverband DSGV sei an der Rettungsaktion beteiligt.

Wie der sächsische Regierungssprecher Peter Zimmermann mitteilte, übernimmt Sachsen eine Landesbürgschaft von 2,75 Milliarden Euro. Zudem sei für die Übernahme durch die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ein Kaufpreis von 328 Millionen Euro vereinbart worden. Die LBBW soll sich zudem an weiteren Bürgschaften beteiligen.

Weitere Einzelheiten werde Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) am Vormittag der CDU-Fraktion mitteilen. Die Sachsen LB stand wegen eines Streits um die Finanzierung der milliardenschweren Risiken auf der Kippe. Noch am Mittwoch hatte Sachsen Forderungen nach einer Milliardenbürgschaft des Landes abgelehnt. Laut unbestätigten Medienberichten hatte die LBBW eine Bürgschaft von 4,3 Milliarden Euro gefordert.

Die Krise um den Verkauf der angeschlagenen Landesbank hatte vor allem Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) zunehmend unter Druck gesetzt. Die Landtagsopposition hatte am Mittwoch erneut seine Rücktritt gefordert. Milbradt hatte sein politisches Schicksal vom erfolgreichen Verkauf der Bank an die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) abhängig gemacht.

Der Regierungschef hatte in seiner Zeit als Finanzminister (1990-2001) die Landesbank aus der Taufe gehoben. Die Landesbank war Ende August im Eilverfahren an die LBBW verkauft worden, nachdem sie durch riskante Geschäfte auf dem US-Hypothekenmarkt in Bedrängnis geraten war. Zuletzt drohte auch eine Schließung der Bank, falls sie von der LBBW nicht übernommen worden wäre - mit unabsehbaren Folgen für den gesamten Finanzmarkt in Deutschland.