SPD-Chef Kurt Beck hatte die Debatte über die Bezahlung von Führungskräften der Wirtschaft vergangene Woche angekurbelt und insbesondere "undurchsichtige" Bonus- und Aktienpakete kritisiert. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte auf dem CDU-Parteitag ebenfalls ein Missverhältnis zwischen der Leistung mancher Manager und ihren Gehältern beklagt.

Politiker beider Koalitionsparteien ruderten aber nun zurück und warnten vor zu hohen Erwartungen an gesetzliche Regelungen. "Wir dürfen jetzt nichts vollmundig ankündigen, was wir am Ende gar nicht umsetzen können", sagte SPD-Fraktionsvize Joachim Poß der Berliner Zeitung .

Die SPD will eine Arbeitsgruppe einsetzen, die Möglichkeiten für gesetzliche Regelungen prüfen soll. Dazu gehören verbesserte Transparenzrichtlinien für die Einkommen der Manager.

Poß sagte, vor allem müsse untersucht werden, wie die steuerliche Absetzbarkeit von Abfindungen begrenzt werden könne. "Das Thema Managergehälter ist in erster Linie eines der Unternehmen selbst, also von Arbeitgebern und Gewerkschaften", schränkte er ein. Der SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz sagte der Frankfurter Rundschau : "Der Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers ist nicht beliebig." Denkbare Instrumente seien das Unternehmens- und das Aktienrecht.

SPD-Fraktionsvize Ludwig Stiegler sagte der Passauer Neuen Presse , im Aktiengesetz sei klar festgelegt, dass sich die Managervergütung an der Situation des Unternehmens und der Verantwortung des Managers orientieren müsse. "Millionenabfindungen nach einer Pleite lassen sich nicht rechtfertigen." Managergehälter müssten künftig mehr an die Interessen der Arbeitnehmer und nicht nur einseitig an die Interessen der Aktionäre gekoppelt werden.

Unionsfraktionsvize Michael Meister (CDU) lehnte gesetzliche Regelungen ab. "Hier ist zunächst einmal das Verantwortungsbewusstsein in den Aufsichtsräten und Vorständen gefragt." Die Wirtschaft solle eine Kommission bilden, die Missstände beseitige. Der Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand in der Union, Michael Fuchs (CDU), sagte , der Ruf nach dem Gesetzgeber sei Unfug: "Wir können da gar nichts machen, denn hier handelt es sich um Eigentumsrechte."