Alter Ego: Die USA haben abgewirtschaftet.

Ego: Starke Worte.

Alter Ego: Das Land hat in den vergangenen Jahren zunehmend auf Pump gelebt. Und wie üblich soll jetzt der Rest der Welt für die Wirtschaftsorgie der USA bezahlen.

Ego: Das sind ja zwei Argumente, die einander eigentlich ausschließen: Entweder haben die USA abgewirtschaftet und verlieren wirtschaftlich an Kraft, oder der Rest der Welt bezahlt für den amerikanischen Wohlstand. Was denn nun?

Alter Ego: Von beidem etwas. Tatsächlich müssen Europäer und Asiaten nun für die Folgen des unverantwortlichen Wirtschaftens der USA gerade stehen. Schließlich ist der Dollarkurs massiv gesunken, und damit haben die Schulden der USA für das Ausland entsprechend Wert verloren.

Ego: Das aber so darzustellen, als ob die bösen USA der Welt nun die Rechnung für ihre eigene Party präsentieren, ist heuchlerisch. Schließlich haben alle gerne an der amerikanischen Konsumlust verdient. Und schließlich wussten alle Gläubiger auf der Welt, dass eine derartige Reaktion der US-Konjunktur und des Dollars einmal einsetzen würde. Nur wusste keiner, wann es so weit sein würde oder wodurch diese Entwicklung ausgelöst würde. Da sind wir nun schlauer.

Alter Ego: Man kennt das in der Tat von den USA. Erst verschulden sie sich bei aller Welt in Dollar, dann lassen sie den Wert ihrer Währung durchsacken. Das macht es aber nicht besser. Im Übrigen nehmen sie auch soviel Geld auf, um Kriege wie jetzt den Irakkrieg zu finanzieren.

Ego: Dieser Krieg macht - anders als beispielsweise noch der Vietnamkrieg - nur einen kleinen Anteil an den neuen Schulden und vor allem an dem Ungleichgewicht mit dem Rest der Welt aus. Er taugt kaum als ökonomisches Argument.