"Klimakatastrophe zeigt die Richtung, die der Klimawandel annimmt", sagte Gerhard Müller von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden. Auf Platz zwei setzte die Jury "Herdprämie", einen Schlüsselbegriff der Diskussion um die Kinderbetreuung. Die Debatte um den Nichtraucherschutz brachte "Raucherkneipe" auf Platz drei. Der Rummel um den Berliner Eisbären Knut fand seinen Ausdruck zum Abschluss der Zehnerliste: "Alles wird Knut".

Die Jury wählte aus über 3000 Ausdrücken aus. Die meisten Vorschläge hatte eine Gesamtschule aus dem Odenwald eingesandt. Die Schüler regten unter anderem "Gehaltswahn", "Endlospraktika", "E-Mail-Überwachung" und "Generation Zeitvertrag" an.

Die "Wörter des Jahres" werden seit 1971 gekürt. Die GfdS erstellt die Liste aus Ausdrücken, die die öffentliche Diskussion besonders bestimmt haben. Die "Wörter des Jahres" sollen für wichtige Themen stehen oder sonst als charakteristisch erscheinen. Das Unwort des Jahres wird separat gekürt.

Im vergangenen Jahr hatten die Sprachwissenschaftler "Fanmeile" zum Wort des Jahres gekürt, weil es am besten die Begeisterung bei der Fußball-Weltmeisterschaft ausdrückte. In den Jahren davor hatten sich die Juroren für "Bundeskanzlerin", "Hartz IV" und "das alte Europa" entschieden.

In der deutschsprachigen Schweiz wurde das Wort "Sterbetourismus" zum Wort des Jahres 2007 gekürt. Der Begriff habe die liberale Gesetzgebung der Schweiz in den Mittelpunkt des internationalen Interesses gerückt, hieß es in Schweizer Medien. Das "Wort des Jahres" wird in der Deutschschweiz, die zwei Drittel des Landes umfasst, und Liechtenstein seit 2003 bestimmt.