Was für ein Jahresanfang. Normalerweise neigen Aktienkurse dazu, in den ersten drei Tagen konstant zu steigen, weil institutionelle Investoren dann stets große Beträge anzulegen haben. Nicht so in diesem Jahr: Nahezu alle wichtigen Aktienindizes befinden sich nach den ersten drei Handelstagen dick im Minus.

Der Dow Jones startete nur 1932 schlechter ins neue Jahr als diesmal. Damals brach der Index zum Jahresbeginn um ganze 16 Prozent ein. Von einem schlechten Start auf das weitere Jahr zu schließen wäre jedoch voreilig, was ein Blick auf die zehn schwächsten Starts in der Geschichte beweist: In vier der zehn Jahre sanken die Kurse zwar weiter, in vier weiteren stiegen sie aber wieder stark an. Bleibt die Frage, was aus dem Jahr 2008 wird.

Eine Regel lautet: In der Vergangenheit waren positive Jahre immer von einem positiven Umfeld begleitet. Im Jahr 1922 etwa war die letzte Rezession gerade mal sechs Monate vorbei. Die Industrieproduktion aber zog im Januar bereits wieder an und stieg im Jahresverlauf um über 26 Prozent. Die Unsicherheit, die am Jahresanfang noch vorhanden war, verschwand schnell.

Ähnlich sah es in den Jahren 1991 und 1904 aus, in denen im Laufe des Jahres eine Rezession zu Ende ging und sich das Umfeld entsprechend schnell verbesserte. Und das Jahr 1985 lag mitten in einer langen Aufschwungphase mit einem durchschnittlichen annualisierten Quartalswachstum von über vier Prozent. Wenn sich also das fundamentale Umfeld nachhaltig verbesserte oder allgemein recht positiv zeigte, konnten sich die Märkte schnell wieder erholen und einen schwachen Jahresanfang gut verdauen.

Anders war das in den Jahren, in denen sich die Märkte nicht erholen konnten: Im Jahr 1932 befanden sich die USA noch mitten in der großen Depression. Im Jahr 1910 begann die Rezession im Januar und fiel somit genau mit dem schwachen Jahresbeginn zusammen. Sie endete erst im Dezember 1911, sodass die Kurse das ganze Jahr über durch das schwache Wirtschaftswachstum belastet wurden. Da halfen auch nicht die vorausschauenden Erwartungen der Investoren auf die wirtschaftlichen Entwicklungen, denn die Rezession ging weit über das Jahresende hinaus.

Doch wie ist das Umfeld heute? Eine Rezession in den USA ist wahrscheinlich, die Arbeitslosenrate ist im letzten Monat stark angestiegen. Der ISM Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe ist im Dezember deutlich unter die magische Marke von 50 gefallen. Das deutet zwar erst mal nur darauf hin, dass die amerikanische Volkswirtschaft schwach wachsen wird. Dennoch sind die erreichten Werte auf einem Niveau, das üblicherweise nur um Umfeld einer Rezession anzutreffen ist.