Zieht Hugo Chávez die Konsequenzen aus seiner schweren Niederlage beim Referendum über eine sozialistische Verfassungsänderung, die unter anderem die unbegrenzte Wiederwählbarkeit des Staatspräsidenten vorsah? Zumindest hat der venezolanische Staatschef nur einen Monat später eine große Kabinettsreform angekündigt - ohne die Gründe für die weitgreifenden Änderungen in seiner Regierungsmannschaft anzugeben. Der künftige Vizepräsident Carrizalez meinte aber, man werde die "Arbeit an neuen Herausforderungen orientieren".

Er werde 13 Ministerposten neu besetzen, teilte der Linksnationalist Chávez am Donnerstagabend in Caracas mit. Bereits nach dem Scheitern seiner Verfassungsreform hatte Chávez angekündigt, seine Reformpläne nicht aufgeben zu wollen. "Eine neue Offensive kommt", sagte Chávez, dessen Mandat erst 2013 ausläuft.

Einen Hinweis darauf, dass die Kabinettsumbildung im Zusammenhang mit dem Scheitern der Reformen steht, könnte die Entlassung des stellvertretenden Staatspräsidenten Jorge Rodríguez geben. Rodriguez wird von vielen Chávez-Anhängern für das Scheitern der Verfassungsreform verantwortlich gemacht. Er soll vom bisherigen Wohnungsbauminister Ramón Carrizalez abgelöst werden.

Carrizalez solle seinerseits durch den Militär im Ruhestand, Jorge Pérez Prado, ersetzt werden, kündigte der Präsident an. Der Chef des Fernsehnachrichtensenders Telesur, Andrés Izarra, soll den Angaben zufolge anstelle von William Lara wieder das Amt des Kommunikationsministers übernehmen, das er 2005 verlassen hatte.

Außerdem werde Socorro Hernández, bisher Chefin der staatlichen Telefongesellschaft CANTV, Jesse Chacón an der Spitze des Telekommunikationsressorts ersetzen. Weitere Namen nannte Chávez zunächst nicht. Der Staatschef will alle neuen Minister am Sonntag in seiner TV-Sendung Alo Presidente bekanntgeben.