Bei der Vorwahl im Bundesstaat New Hampshire deutet sich nach Auszählung der ersten Wahlbezirke ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischem dem schwarzen demokratischen Senator Barack Obama und seiner Rivalin Hillary Clinton an. Nach Hochrechnungen der Sender CNN und Fox News soll Clinton etwa 40 Prozent der Stimmen erhalten, Obama rund 36 Prozent (Stand 03:00).

Der Senator von Arizona, John McCain, ist bereits der Sieger bei den Republikanern. Nach der Auszählung von gut zehn Prozent der Wahlbezirke lag er mit 37 Prozent vor dem Ex-Gouverneur von Massachusetts Mitt Romney, der auf 29 Prozent kommen soll. Anhänger von McCain, der noch vor kurzem im Rennen praktisch abgeschrieben worden war, begrüßten den Erfolg mit Jubel.

Kurz vor der wichtigen Abstimmung hatte Hillary Clinton deutliche Anzeichen von Stress und emotionalem Druck gezeigt. US-Fernsender sendeten Bilder eines Wahlkampfauftritt vom Montag, bei dem die frühere First Lady zeitweise mit den Tränen kämpfen musste. "Manche Leute meinen, ein Wahlkampf ist nur ein Spiel", antwortete die Senatorin mit gebrochener Stimme auf die Frage nach ihrem Wohlergehen. US-Medien sprachen von einem "emotionalen Ausbruch", den sie zumeist als Zeichen der Schwäche werteten.

Die Vorwahl in New Hampshire gilt als traditionell wichtiger Termin im US-Wahlkampf. Die Gewinner können mit weiterem Rückenwind bei den Wählern sowie mit großzügigen Wahlkampfspenden rechnen. Allerdings ist das politische Gewicht des mit 1,3 Millionen Einwohnern verhältnismäßig kleinen Bundesstaates eher gering.

Experten warnten daher davor, die Bedeutung der Abstimmung in New Hampshire zu überschätzen. Als erster wirklich entscheidender Termin gilt die Vorwahl im bevölkerungsreichen Florida am 29. Januar. Der republikanische Kandidat und ehemalige New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani, der laut Umfragen bei den Republikanern landesweit als Favorit gilt, hat sich in Iowa und New Hampshire kaum engagiert und konzentriert sich ganz auf Florida und andere große Staaten.

Eine Entscheidung erwarten Wahlbeobachter erst am 5. Februar, dem "Super-Dienstag": An diesem Tag stehen in über 20 Bundesstaaten Vorwahlen an, unter anderen in wichtigen bevölkerungsreichen Staaten wie Kalifornien, New York und New Jersey. Endgültig werden die Kandidaten erst bei den Wahl-Parteitagen der Demokraten und Republikaner Ende August/Anfang September nominiert. Die Präsidentenwahl findet am 4. November statt. (imo/smz/dpa)