Nach der Absage der diesjährigen Rallye Dakar wegen Terrordrohungen wollen verschiedene Länder Südamerikas künftig Schauplatz des Klassikers werden. „Es gibt drei, vier Möglichkeiten, aber Argentinien ist Favorit Nummer eins“, versicherte David Ely. Ely organisiert die Rallye Argentinien, die auch WM-Lauf ist. Er werde am Mittwoch in Paris mit den Veranstaltern der Rallye Dakar verhandeln. Spätestens am Dienstag nächster Woche wird laut Ely die Entscheidung fallen.

Interesse an einer Übernahme äußerten auch Brasilien und Chile. In Südamerika wird auch ein Rennen durch mehrere Länder erwogen. Neben den drei genannten Staaten sind nach Medienberichten auch Bolivien und Peru im Gespräch. Obwohl Südamerika Konkurrenz aus China, Russland und Australien hat, ist der Chilene Carlo de Gavardo, Motorrad-Rallye-Weltcupsieger von 2001 und 2002, überzeugt: „Südamerika ist nicht nur die beste, sondern die einzige Option.“ Sein Vater Giorgio de Gavardo ist Lateinamerika-Vertreter der Dakar-Organisatoren.

Die 30. Auflage der Rallye Dakar, für die am vergangenen Samstag in Lissabon der Startschuss fallen sollte, ist das erste internationale Spitzensport-Großereignis, das wegen einer terroristischen Bedrohung abgesagt wurde. Auslöser war der Mord an vier französischen Touristen an Heiligabend in Mauretanien. Der Veranstalter Amaury Sport Organisation (A.S.O.) teilte mit, es habe direkte Drohungen terroristischer Gruppen gegeben.

Die ursprüngliche Strecke der Wüsten-Rallye führte von Paris durch Nordafrika nach Dakar. Der Franzose Thierry Sabine rief das Sportereignis 1978 ins Leben. Später variierte die Tour mehrfach. Es dürfen Autos, Motorräder und Lastwagen teilnehmen. Da während der bislang 29 Rennen 55 Menschen ums Leben kamen, ist das Motorsportereignis umstritten. Rallye-Gründer Sabine starb 1986 durch einen Hubschrauber-Absturz während des Rennens.