Veränderung. Mit einem Wort lässt sich der Vorwahlkampf zur amerikanischen Präsidentschaftskandidatur zusammenfassen. Eine Beschreibung, die ebenso bedeutungslos wie akkurat ist. Nach acht Jahren, zwei konventionellen Kriegen, einem zusätzlichen War On Terror und Dutzenden Anlässen für transatlantische Irritation unter der amtierenden amerikanischen Regierung ist politischer Wandel nicht nur eine unbestimmte, aber sehnliche Erwartung außerhalb Amerikas. Er ist auch das immer wiederkehrende Versprechen der Politiker, die um die Präsidentschaftskandidatur der beiden großen amerikanischen Parteien eifern. In einem Wettlauf, der seinerseits geprägt ist von stetiger Veränderung.

Nachdem lange Zeit Hillary Clinton als sicherster Kandidat auf Seite der Demokraten galt, liegt in den Vorhersagen für die Vorwahlen in New Hampshire am heutigen Dienstag unter den Demokratischen Präsidentschaftsanwärtern nun Barack Obama vorne . Sein prognostizierter Vorsprung variiert zwischen einem Prozent in der von Reuters und stolzen 13 Prozent in der von USA Today beauftragten Umfrage. Am vergangenen Donnerstag hatte der 46-Jährige, der erst seit 2004 als Senator auf der nationalen Bühne mitspielt, die erste Vorwahl im Bundesstaat Iowa gewonnen. Damit ist zwar noch nichts entschieden. Doch die Selbstsicherheit Clintons ist angekratzt. Dafür werden nun auch jenseits des demokratischen Lagers die Signale des Aufsteigers gehört.

Dort, bei den Republikanern, zeichnen die jüngsten Umfragen eine undeutlichere Vorhersage für die Wahlen in New Hampshire: Schafft es der gestandene Senator und Vietnam-Veteran John McCain, oder gewinnt der 10 Jahre jüngere Mitt Romney?

In zwei neuen Wahlkampfvideos, die Romney am Montag veröffentlichte, inszeniert er sich als Anwalt der Veränderung. Anders als die demokratischen Anwärter verspricht er zwar keinen Bruch mit der Linie des amtieren Präsidenten George W. Bush, dessen Sicherheitspolitik er in einer Fernsehdebatte am Wochenende verteidigte. Stattdessen will sich Romney von einem vage umrissenen Washingtoner Establishment absetzen und sagt damit neben John McCain auch Fred Thompson den Kampf an, den beiden alteingesessenen Senatoren unter den republikanischen Kandidaten.