Wird sich während der Vorwahlen in New Hampshire am Dienstag der Trend bei den Demokraten fortsetzen? Barak Obama könnte dann vorne liegen im parteinternen Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur. Nach den jüngsten Umfragen vom vergangenen Samstag und Sonntag darf sich Hillary Clinton ernsthafte Sorge machen: Obama erreicht demnach 39 Prozent der Stimmen bei den Demokraten und erkämpft sich so die erste Position, mit 10 Punkten Vorsprung auf seine Kontrahentin. Auch bei den Frauen soll der Senator von Illinois besser ankommen – eine Tendenz, die sich schon in Iowa abzeichnete. Welch ein Umschwung: Noch kurz vor dem Iowa-Caucus lag Clinton vorne. Nun würde für sie ein zweiter Platz in New Hampshire ihre politische Glaubwürdigkeit hart treffen.

Ex-Präsident und Ehemann Bill engagiert sich stark in ihrer Kampagne. Nur ist nicht sicher, ob das Hillary Clinton wirklich weiterhelfen kann; das fürchten jedenfalls einige ihrer Berater. "Seit Hillary Clintons Ergebniss in Iowa vergangener Woche, ist ‚Bill der Retter’ eines der Hauptthemen geworden", schreibt die New York Times .

Zwar ist New Hampshire ein Staat, dem Bill Clinton gut vertraut ist. Da hat er seinen Spitznamen "Comeback Kid" bekommen, als er 1992, trotz einer heftigen Hetzkampagne gegen ihn, den zweiten Platz erreicht hatte. Das ist aber Geschichte; heute steht Hillary an der Front. "Bill Clintons Anwesendheit folgt im Kern der Strategie, die Hillary Clinton mit gemischtem Erfolg versucht hat, zu verfolgen: Die Wähler zu überzeugen, dass man aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen kann. Und dass die beiden altvertrauten Clinton-Gesichter diesen ‚neuen Anfang’ bedeuten können," schreibt die New York Times weiter.

Nach ihrer Niederlage in Iowa verschärfte Clinton ihren Ton: Obamas Motto "Change" stehe für leere Worte. Am Montag warnte sie in einem Interview des Senders CNN abermals, sich nicht von Obamas "Redegewandtheit" täuschen zu lassen, die seinen Mangel an Erfahrung vernebele. Die Demokraten müssten einen "Macher" nominieren und nicht einen "Redner". Obamas Wahlkampflager wertete den Angriff als "verzweifelten Versuch, durch Tatsachenverdrehungen einen Wandel zu verhindern".