Aus Protest gegen die Wiederaufnahme der Nahost-Friedensverhandlungen hat der Vorsitzende der Einwandererpartei Israel Beitenu den Austritt seiner Partei aus der Regierung bekannt gegeben. Zur Begründung sagte Lieberman am Mittwoch in Jerusalem, aus seiner Sicht seien die Friedensgespräche auf der Grundlage des Prinzips "Land für Frieden" ein verhängnisvoller Fehler.

Der Minister für strategische Angelegenheiten hatte seit Wochen mit dem Ausscheiden seiner Partei aus der Koalition gedroht , falls die Regierung in den Friedensverhandlungen mit den Palästinensern über Kernfragen des Nahost-Konfliktes wie die Grenz-, Flüchtlings-
und Jerusalemfrage sprechen sollte. Aus Sicht von Lieberman werden die am Montag begonnenen Verhandlungen zu keinerlei Ergebnis führen. Die Partei steht, bis auf  den Abgeordneten Israel Hasson, hinter der Entscheidung Liebermanns. Hasson sprach sich statt eines Rückzuges aus der Regierung für Verhandlungen mit Ministerpräsident Ehud Olmert über eine Neuwahl ein.

Mit dem Ausscheiden der Partei von Lieberman verfügt die Regierungskoalition von Ministerpräsident Olmert nur noch über eine knappe Mehrheit von 67 der 120 Sitze im Parlament. Sollte auch die religiöse Schas-Partei aus Protest gegen Verhandlungen mit den Palästinensern über den Status von Jerusalem mit Olmerts Koalitionsregierung brechen, wäre diese in der Minderheit. Shas-Chef Rabbi Ovadia Yosef hatte im Vorfeld angekündigt, Verhandlungen mit den Palästinensern über die zukünftigen Grenzen und die Flüchtlingsfrage zu tolerieren. Seine Partei werde aber sofort die Regierungskoalition verlassen, sobald über eine Teilung Jerusalems verhandelt würde.