"Talk about moving fast. Michigan is so yesterday", lautete einer der ersten Kommentare zu den Republikanischen Vorwahlen in Michigan – zwölf Stunden nach Schließung der Wahllokale in dem Mittelwest-Staat, dessen industrielles Herz noch immer die Autoproduktion ist. Das Tempo ist so atemberaubend wie die Verwirrung groß im Lager der Republikaner, die in der Tat schon wieder auf den übernächsten Showdown in South Carolina am 26. Januar blicken.

Tempo und Verwirrung: Gerade noch schien John McCain, der Senator aus Arizona, als Frontrunner aus dem Primary in New Hampshire hervorgegangen zu sein. Am Dienstag stolperte er in Michigan, dem Land zwischen den Großen Seen, das wie ein Abbild des größeren Amerikas wirkt: im Westen High-Tech und Dienstleistungen, im Osten die alte Autoindustrie, im Norden Agrarland. Dennoch ist Michigan ein Sonderfall.

Vorweg das Resultat: Mitt Romney, den McCain in New Hampshire mit leichter Hand geschlagen hatte, ging mit einem Vorsprung von neun Punkten durchs Ziel.

Erstes Fazit: Wäre Romney hier gescheitert, hätte ihm das letzte Stündlein geschlagen. Denn, obwohl Ex-Gouverneur von Massachusetts, ist er in Michigan aufgewachsen; sein Vater George war dort Gouverneur von 1963 bis 1969. Filius Mitt ist sozusagen ein "Eingeborener".

Hier zu verlieren, wäre eine Familienschande gewesen. Doch zeigt dies schon die Grenzen seines Sieges an, aus dem sich kein Trend ablesen lässt. Halbwegs gewiss ist (laut "Exit Polls", den Befragungen der Wähler nach Verlassen des Wahllokals), dass Romney als "besserer Republikaner" gesehen worden ist. Das heißt:

- Wähler, die hinter Bush stehen, stimmten doppelt so oft für ihn als für McCain.
- Fast die Hälfte der Wähler, die sich als "sehr konservativ" einstufen, gaben ihm den Vorzug vor McCain, der nur elf Prozent dieser Gruppe für sich gewann.