VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh setzt im Streit mit Großaktionär Porsche über die Mitbestimmung im Konzern auf eine außergerichtliche Lösung. "Wir führen derzeit Gespräche. Ich hätte nichts dagegen, wenn wir eine außergerichtliche Einigung erzielen. Aber das muss man abwarten", sagt Osterloh der ZEIT . Am 13. Februar soll vor dem Arbeitsgericht in Stuttgart über den Porsche-Mitbestimmungsstreit verhandelt werden.

Der VW-Betriebsrat sieht sich durch eine Mitbestimmungsvereinbarung bei der Gründung der Holdinggesellschaft Porsche SE in seinen Rechten beschnitten und hatte dagegen geklagt. "Was mich antreibt, ist nicht mehr und nicht weniger als Gerechtigkeit. Denn es geht um die Rechte von 324.000 VW-Beschäftigten, die in der bisherigen Mitbestimmungsvereinbarung im Vergleich zu den 11.500 Porsche-Leuten nicht ausreichend berücksichtigt sind", sagt Osterloh.

Osterloh nimmt Porsche-Großaktionär und VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch ausdrücklich von seiner Kritik an dem Vorgehen von Porsche aus: "Wir sind mit Herrn Piëch bei Volkswagen in den letzten Jahren gut gefahren. An den Verhandlungen zur Mitbestimmungsvereinbarung war Herr Piëch übrigens nicht beteiligt."

Die in 2007 sprunghaft gestiegenen Gewinne bei VW gehen, sagt Osterloh, vor allem auf den Verzicht der Belegschaft zurück: "Denn die glänzenden Zahlen sind vor allem ein Ergebnis der Tarifrunden 2004 und 2006", sagt er. Damals hatten Mitarbeiter Mehrarbeit ohne Lohnausgleich zugestimmt und auf Gehaltszuwächse verzichtet. "Das hat jährlich mindestens zwei Milliarden Euro eingespart", sagt Osterloh. Der Betriebsratschef lobt VW-Konzernchef Martin Winterkorn, dessen jüngste Entscheidungen "nicht die schlechtesten" seien. Osterloh kündigt an, die Belegschaft werde bei weiteren Verbesserungen der Betriebsabläufe mitziehen. Er unterstützt Winterkorn in der Entscheidung, kein Billigauto im Stil des 1700-Euro-Volksautos von Tata anzubieten.

Das vollständige Interview mit Bernd Osterloh lesen Sie von diesem Donnerstag an in der neuen Ausgabe der ZEIT.