Ein offizielles kanadisches Regierungsdokument hat die USA und Israel auf die Liste jener Länder gesetzt, in denen Gefangene Folter riskieren. Enthalten ist die Auflistung in einem Handbuch für Diplomaten, mit dem sie lernen sollen zu erkennen, ob Häftlinge gefoltert wurden. Unter anderem wird darin auf das US-Gefangenenlager Guantanamo verwiesen. Dort würden Verhörtechniken wie "gezwungene Nacktheit, Isolierung und Schlafentzug" eingesetzt. Auf der Liste stehen auch Iran, Syrien, China und Afghanistan.

Nach heftigen Reaktionen aus Washington distanzierte sich ein Sprecher des Außenministeriums  von dem Dokument . "Das Trainings-Handbuch ist kein Dokument zur Politik, und es spiegelt nicht die Ansichten der Regierung wider", betonte er. Eine Sprecherin der US-Botschaft sagte, sie prüfe das Dokument. Bei der israelischen Botschaft war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

In Guantanamo ist auch ein Kanadier inhaftiert. Omar Khadr wird vorgeworfen, 2002 einen US-Soldaten getötet zu haben. Damals war er 15 Jahre alt. Menschenrechtsgruppen setzen sich dafür ein, dass Khadr nach Kanada zurückgebracht wird. Die Regierung in Ottawa lehnt dies jedoch ab.