Wegen Verlusten und Abschreibungen von zusammen zwei Milliarden Euro müssen die Eigentümer der Bank die gleiche Summe zuschießen, um das Institut zu stützen. Das teilte die Bank am Montag nach einer Krisensitzung mit Vertretern des Landes, kommunaler Träger und der Sparkassen in Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf mit. Zudem schloss man nicht aus, dass die Bank noch weiter in die Krise rutschen könnte: "Können wir weiteren Abschreibungsbedarf ausschließen? Nein", schrieb WestLB-Chef Alexander Stuhlmann in einem Brief an die Mitarbeiter, der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt.

Stuhlmann will mit einem Konzernumbau gegensteuern und die Personalkosten "deutlich" senken. Eigentümerkreisen zufolge war auch ein massiver Stellenabbau Thema der Krisensitzung. Zur Disposition stünden rund 2000 der 5900 Stellen der WestLB, davon 1000 in Deutschland. "Sicher beunruhigen Sie aktuelle Meldungen, nach denen die WestLB plant, 2000 Stellen abzubauen", hieß es in Stuhlmanns Schreiben an die Beschäftigten. "Um es klar zu sagen: Dieser Plan existiert nicht." Gleichwohl müsse die WestLB "erhebliche Anstrengungen" unternehmen, um Sach- und Personalkosten "deutlich zu senken". In Kreisen der WestLB-Arbeitnehmervertreter gilt es als ausgemacht, dass Stellen abgebaut werden.

Zu der Krisensitzung in Köln waren überraschend auch Bundesbankpräsident Axel Weber und der Chef der Finanzaufsicht BaFin, Jochen Sanio, geladen. Die Eigentümer der WestLB hätten sich bereiterklärt, den für 2007 erwarteten Verlust von rund einer Milliarde Euro auszugleichen, teilte die WestLB danach mit. Bisher hatte sie nur mit einem niedrigen dreistelligen Millionenverlust gerechnet. Die Wertverluste in den Anlagen der Bank sind im Zuge der weltweiten Finanzkrise entstanden. Sie sollen nicht als Verlust verbucht, sondern über das Eigenkapital aufgefangen werden. Für die Verluste wollen Land, Kommunen und Sparkassenverbände mit einer weiteren Milliarde geradestehen.

Wer welchen Anteil an dem neuen Kapital bezahlen wird, ist noch offen. Die nordrhein-westfälischen Sparkassen, die die Mehrheit an der WestLB halten, werden zur Finanzierung nach Angaben aus Eigentümerkreisen möglicherweise ihre Notgroschen im gemeinsamen Reservefonds antasten müssen. Der dafür zuständige Ausschuss habe darüber am Montag beraten, hieß es.