Woran erkennt man die Vorboten einer Rezession? In der Pi-Mal-Daumen-Welt gelten manchmal schon die Aktienmärkte als glaubhaftes Warnsignal. Mit einem Vorlauf von etwa sechs Monaten kündigt häufig der Verfall der Kurse die Rezession an, der "Bullenmarkt" den Wiederaufschwung. In dieser Woche sind nun die Aktien-Indices zwischen New York und Frankfurt, die bisher nur einen leichten Abwärtstrend aufwiesen, heftig  gefallen.

Das aber ist Pi-Mal-Daumen. In Amerika, dem Land des Wohneigentums, gibt es seit Jahrzehnten einen anderen Vorboten, der sich etwas präziser fassen lässt. Das ist ein wichtiger Teil des Immobilienmarktes, "housing starts" genannt, also: der Baubeginn von Privathäusern.

Auf das Jahr bezogen ist dieser Index im Dezember auf den tiefsten Stand seit 16 Jahren gefallen, meldet das amerikanische Handelsministerium. Im Dezember lagen die Housing Starts im Vergleich zum gleichen Monat 2006 um 38 Prozent niedriger.

Der Grund ist ein inzwischen sehr vertrauter: die geplatzte Immobilienblase . Es wird so wenig gebaut, weil so viele unverkaufte Häuser den Markt verstopfen. Es werden so wenige gekauft, weil die Leute ihre Häuser nicht loswerden können oder wollen (weil sie den Preisverfall nicht hinnehmen wollen). Selbst jene, die gerne die Schnäppchenpreise nutzen wollen, können es nicht, weil Hypotheken so schwierig zu ergattern sind. Warum das? Weil die sogenannte Subprime-Krise (die Besitzer mit geringer Bonität können plötzlich ihre einst superbilligen Hypotheken nicht mehr bedienen) weltweit zu Wertberichtigungen im Milliarden-Maßstab geführt hat.

Müssen die Banken ihre Aktiva zusammenstauchen (und gar bei China & Co. Milliarden aufnehmen ), haben sie nicht mehr genug zum Verleihen. Hier schließt sich der Kreis zu den abstürzenden Bauvorhaben. Teure oder gar keine Kredite gepaart mit Pessimismus über den weiteren Konjunkturverlauf vergällen das Häusle-Bauen.