Eine Welle der Empörung löste der Chef der libanesischen Hisbollah, Hassan Nasrallah, Anfang dieser Woche in Israel aus. Nasrallah sagte am vergangenen Samstag auf einer Veranstaltung in Beirut, die Hisbollah besitze "Köpfe, Hände und Beine" israelischer Soldaten, die während des Kriegs zwischen Israel und Libanon im Sommer 2006 getötet wurden.

Die israelische Armee sprach von einer "grausamen und zynischen" Äußerung. Noch zynischer aber ist wohl, wie Hisbollah im Beiruter Stadtteil Haret Hreik die Tötung israelischer Soldaten zelebriert. In einem eigens eingerichteten, technisch aufwendigen Museum feiert die Miliz ihre Erfolge des Sommerkriegs 2006. In Zelten und unterirdischen Installationen stellt sie nicht nur erbeutete israelische Armeeausrüstung aus zerfetzten Uniformen aus. In einer Multimedia-Show kann sich das Publikum zudem am Tod israelischer Soldaten in einem brennenden russischen T-55-Panzer ergötzen.

Der ZEIT-Redakteur Jochen Bittner dokumentierte einen Rundgang durch die Hisbollah-Show mit seiner Videokamera. Als er das Museum verließ, wurde er von einem Hisbollah-Sicherheitsmann festgehalten. Er entriss ihm die Kamera und verlangte das Band heraus. Erst nach langen Verhandlungen und der Vermittlung durch einen örtlichen Taxifahrer bekam Bittner die Kamera zurück – und auch das Band.

Hier können Sie das Video sehen: