Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat das Verhalten deutscher Manager mit Blick auf den Fall des der Steuerhinterziehung verdächtigten zurückgetretenen Post-Chef Klaus Zumwinkel scharf kritisiert. "Ein Mann dieser Güteklasse muss wissen, was eine eingestandene Steuerhinterziehung in der Wahrnehmung der Bürger bedeutet", sagte Steinbrück ZEIT online .

Der Fall sei ein Beispiel dafür, dass die größte Gefahr für die soziale Marktwirtschaft gegenwärtig von den Exzessen und Übertreibungen der Protagonisten selbst ausgehe. "Es sind die Eliten, die das System zum Einsturz bringen", sagte Steinbrück. Ein solches Verhalten berühre die Legitimationsgrundlagen des deutschen Wirtschaftssystems. Die Regeln von angemessenem Verhalten im wirtschaftlichen Zusammenleben würden oft nicht gelebt.

Man dürfe sich nicht wundern, wenn nun Gegenreaktionen einsetzten, die der deutschen Wirtschaft nicht gut täten. "Solche Ereignisse provozieren protektionistische, strukturkonservative und staatsfixierte Reflexe. Alles das können wir uns nicht leisten", sagte Steinbrück. Gesetzliche Maßnahmen lehnte der Finanzminister zunächst ab. Das Verhalten von Managern könne man vornehmlich nicht mit Regeln beeinflussen. Hier gehe es vielmehr darum, ein neues Bewusstsein zu bilden. ( kpm. )

Zumwinkel geht - Tausende im Verdacht: Die Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung ziehen immer weitere Kreise: Der Post-Chef tritt zurück, mehreren Tausend weiteren Verdächtigen droht angeblich ebenfalls die Enttarnung, darunter auch weiteren Prominenten "