Der Bundeswahlkampfleiter der Linken, Bodo Ramelow, will nach den Stasi-Äußerungen der niedersächsischen Landtagsabgeordneten das interne Kandidaturverfahren ändern. Bisher können auch Parteifremde auf den Listen der Linken kandidieren. Auf diesem Wege kam Christel Wegner, Mitglied der DKP, in den Landtag. Auch in Hamburg kandidiert ein Kommunist der DKP auf dem Ticket der Linken.

Eine Nominierung solle künftig nur noch auf Basis der Programmatik der Linken möglich sein, sagte Ramelow der in Erfurt erscheinenden Thüringer Allgemeinen .

Die Partei hat die Abgeordnete bereits aufgefordert, auf ihre Mandat zu verzichten. Sie hatte sich in einem ARD-Interview positiv über die DDR-Staatssicherheit geäußert und gesagt, dass man beim Aufbau einer anderen Gesellschaftsform "so ein Organ wieder braucht", um "reaktionäre Kräfte" abzuwehren. Sie rechtfertigte außerdem den Bau der Mauer.

Ramelow sagte, der niedersächsische Landesverband sei in der Pflicht, für eine saubere Klärung zu sorgen. Der Vizechef der Bundestagsfraktion, Klaus Ernst, warnte davor, dass Auftritte wie die Wegners die wachsende Zustimmung für die Linke verspielen könnten. "Wer die Stasi für gut heißt und den Mauerbau verteidigt, ist nicht mein politischer Freund, sondern mein politischer Gegner", sagte der frühere WASG-Vorsitzende der Berliner Zeitung .

Vor allem die Union zeigt sich empört über Wegners Stasi-Äußerungen. "Nach der Landtagswahl lassen die ersten Linken-Abgeordneten ihre Masken fallen", sagte niedersächsische CDU-Fraktionschef David McAllister. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla rief die SPD zu einer klaren Linie auf: "Für die SPD muss das heißen: Macht endlich Schluss mit dem Wackelkurs gegenüber der Linken."