«Die Kanzlerin hat mir ausdrücklich freie Hand gelassen», sagte Beust vor einer Sitzung der Parteispitze in Berlin. Es sei aber zu früh für eine Festlegung. «Wir entscheiden nach Hamburger Interessen und nicht, weil wir Modell sein wollen.» Niedersachsens Regierungschef Christian Wulff, der auch Parteivize ist, sagte, Beust habe «die ganze Freiheit» und das Vertrauen der Bundes-CDU für seine Entscheidung.

Als unverzichtbare Bedingungen für eine Koalition nannte von Beust den Ausbau des Hafens und die Elbvertiefung. Beides lehnen die Grünen ab. Der CDU-Politiker rechnet mit zügigen Gesprächen mit SPD und Grünen. «Ich schätze, dass wir in zehn Tagen so weit sein werden zu entscheiden», mit wem man Koalitionsverhandlungen aufnehmen werde.

Mehrere CDU-Spitzenpolitiker zeigten sich offen für eine Koalition mit den Grünen. Der Berliner CDU-Fraktionschef Friedbert Pflüger sieht in einem möglichen schwarz-grünen Bündnis in Hamburg auch ein Signal für die Bundestagswahl 2009. «Hamburg gäbe uns ja die Möglichkeit, mal zu testen, wie das in einem Bundesland geht.» Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) sagte, Union und Grüne hätten «Schnittmengen». Er sehe Schwarz-Grün aber derzeit nicht als Option für die Bundesebene.

Derweil zeichnet sich bei der SPD ab, dass die Parteiführung trotz der heftigen Debatte ihre hessischen Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti die Entscheidung überlässt, ob sie sich mit den Stimmen der Linkspartei zur Ministerpräsidenten wählen lässt. Das geht nach Informationen von ZEIT online aus einer Erklärung hervor, die der SPD-Vorstand an diesem Montag verabschieden will. Dem Vernehmen nach wird der Vorstand zwar einerseits noch einmal für eine Ampel-Koalition werben, die FDP zu Verhandlungen auffordern und programmatische Eckpunkte für ein solches Bündnis verabschieden.

Gleichzeitig jedoch soll Ypsilanti und der hessischen SPD überlassen werden, ob sie sich auch dann am 5. April im Landtag zur Wahl stellt, wenn Verhandlungen mit Grünen und FDP scheitern. Dies soll nach dem Willen der SPD-Führung zukünftig entsprechend auch für alle anderen westdeutschen Landesverbände gelten.

Fraktionschef Peter Struck sagte vor der Sitzung, sollte eine Ampelkoalition nicht möglich sein, müsse Ypsilanti zügig mit ihrer Partei besprechen, ob sie sich dann mithilfe der Linken wählen lasse. "Das muss sie selbst entscheiden."