Kirch überzieht seit Jahren die Deutsche Bank mit einer Flut an Prozessen, weil er ihren ehemaligen Vorstandschef Rolf Breuer für den Zusammenbruch seines Firmenimperiums verantwortlich macht. Ackermann werde in den Ermittlungen erstmals als Verdächtiger genannt, bestätigte die Deutsche Bank am Samstag. In den vergangenen Jahren waren von Kirch erwirkte Verfahren in gleicher Sache gegen den Ex-Finanzstaatssekretär und heutigen Deutsche-Bank-Berater Caio Koch-Weser allerdings eingestellt worden, zuletzt im Sommer 2007.

Es geht um eine staatliche Bürgschaft für Kredite unter anderem der Deutschen Bank zur Finanzierung der Ostsee-Pipeline. Die damalige Bundesregierung hatte die Bürgschaft Ende 2005 gewährt, kurz vor Koch-Wesers Wechsel von der Politik zu Deutschlands größter Bank. Der Wechsel war auch von Politikern wegen möglicher Interessenkonflikte kritisiert worden. Ackermann habe in der fraglichen Zeit Kontakte zu dem damaligen Finanzstaatssekretär gehabt, hieß es.

«Die Wiederaufnahme des Ermittlungsverfahrens beruht auf einer formalen Beschwerde von Herrn Kirch, nachdem die Ermittlungen schon im Sommer des vergangenen Jahres mangels jeden Tatverdachts eingestellt worden waren», erklärte die Deutsche Bank. Ein Sprecher der Bank sprach von einem «Rachefeldzug» Kirchs gegen die Deutsche Bank und nannte die Anschuldigungen gegen Ackermann und Koch-Weser «unbegründet».

Der ehemalige Bank-Vorstandschef Rolf Breuer hatte sich 2002 in einem Fernsehinterview kritisch zur Kreditwürdigkeit Kirchs geäußert, seither prozessiert Kirch gegen die Deutsche Bank. «Wir werden uns weiterhin entschieden zur Wehr setzen», hatte Ackermann bei der Bilanzvorlage Anfang Februar in dem Rechtsstreit betont. Die Bank sehe sich im Recht und habe bislang keine Rückstellungen für etwaige Schadenersatzzahlungen gebildet.