SPD-Chef Kurt Beck hat nach dem Desaster um die Regierungsbildung in Hessen seine Handlungsfähigkeit und seinen Führungswillen betont. Er sei "fit und handlungsfähig", sagte Beck am Montag bei seinem ersten öffentlichen Auftritt auf der politischen Bühne in Berlin nach zweiwöchiger Krankheitspause. "Sie können davon ausgehen: Ich lenke", betonte er vor dem Hintergrund der Turbulenzen um den Linksschwenk in Hessen.

Laut Beck bleibt eine Zusammenarbeit mit der Linken auf Bundesebene ausgeschlossen. "Die Linkspartei ist und bleibt eine gegnerische Partei", sagte er. Es gebe zum Beispiel in der Außen- und Sicherheitspolitik unüberbrückbare Differenzen.

Am 31. Mai werde eine SPD-Funktionärskonferenz in Nürnberg über den generellen Umgang mit der Linken beraten. In den Ländern sei es weiterhin Sache der SPD-Landesverbände, um über ein Zusammenwirken zu entscheiden.

Die Wahlerfolge der Linken in Hessen und Niedersachsen hätten die Strategie der SPD, im Westen Koalitionen auszuschließen, zunichte gemacht.

Von einem Wortbruch könne aber keine Rede sein: "Ich kann nicht erkennen, dass ich mein Wort gebrochen habe", sagte Beck. Die SPD habe mit der Öffnung zur Kooperation mit der Linken in den Ländern auf die neue Präsenz der Partei in Westdeutschland reagieren müssen. "Parteien müssen sich auf neue Lagen einstellen können. Ich glaube nicht, dass sie dadurch ihre Glaubwürdigkeit verlieren." Er sehe auch für sich persönlich keinen Glaubwürdigkeitsverlust, sagte er.