ZEIT online: Das wird nicht für jeden Internetnutzer zutreffen.

Schaar: Aber für viele. Wenn jetzt DoubClick- und Google-Cookies zusammengeführt werden, dann kann man für Millionen Menschen die Informationen aus den Suchanfragen mit dem sonstigen Surf-Verhalten verbinden, dazu kommen noch die Daten von Google Earth...

ZEIT online: ... und es sind weitere Datenspuren bei Google denkbar, die ein noch detaillierteres Bild ergeben: Google-Mail, das Soziale Netzwerk Orkut, das in Südamerika und den USA deutlich populärer ist als in Europa, dann ein Dienst, um private Fotos im Internet zu speichern und seit Kurzem auch die Möglichkeit, bei Google eine Gen-Analyse machen zu lassen...

Schaar: Dem ist nichts hinzuzufügen. Anstelle zweier sehr mächtiger Datenbanken entsteht eine. Das Nutzerprofil wird immer detaillierter. Und das alles ist in der Hand eines einzigen Unternehmens. Für einen Datenschützer ist das eine beunruhigende Konzentration.

ZEIT online: Google ist doch in Deutschland aktiv, hat zwölf Niederlassungen in Europa. Gilt der deutsche Datenschutz oder wenigstens die europäische Datenschutz-Richtlinie?

Schaar: Bekanntlich haben beide Unternehmen ihren Sitz in den USA. Das deutsche Recht mag also auch zusätzlich gelten. Aber die praktische Frage ist: Wie setzt man das durch? Wir diskutieren das strittig mit Google. Die europäischen Datenschützer vertreten im Übrigen eine gemeinsame Position. Der Internetkonzern betreibt in Europa Rechenzentren, verarbeitet hier die Daten aus Europa und hat hier mehrere Niederlassungen. Er ist unserer Ansicht nach an europäisches Recht gebunden.

ZEIT online: Das ist noch nicht vor Gericht durchgefochten.

Schaar: Nein. Aber ich denke, die EU-Kommission teilt unseren Standpunkt.

ZEIT online: Wenn Sie die Unterschiede, die drei wesentlichen Unterschiede zwischen europäischem und US-amerikanischem Datenschutz, benennen sollten, welche wären das?