Börsencrashs sind nichts für schwache Nerven. Niemand verliert gerne Geld. Zumal nicht so viel wie derzeit: Seit Jahresbeginn rauschte der Aktienindex Dax um mehr als 15 Prozent nach unten. Hinzu kommen bedrohliche Nachrichten: In den USA steht womöglich eine Pleitewelle unter den Banken bevor, mit aller Macht versucht die amerikanische Notenbank die Lage zu stabilisieren und eine globale Finanzkrise abzuwenden. Unsichere Zeiten also. Und goldene Zeiten für Experten, die dem deutschen Kleinanleger sagen wollen, was nun zu tun ist.

Gute Ratschläge gibt es derer viele. Etwa von Markus Temme, Fachmann der Fondgesellschaft Union Investment. Er erwartet, so zitiert ihn stern.de , dass "die Märkte zum Jahresende wieder nach oben zeigen". Weshalb es klug sei, jetzt wieder zu kaufen. Ein anderer ist Philipp Vorndran, Anlagestratege der Credit Suisse. Er prophezeit in der Süddeutschen Zeitung sogar: "Das ist eine Chance, die Papiere sind jetzt billig." Klickt man sich weiter durch das Netz, trifft man hingegen auf Annemarie Schlüter. Nur wenige Absätze hinter dem Fonds-Mann Temme warnt die Analystin der Hamburger Sparkasse ebenfalls auf stern.de : "Anleger sollten derzeit noch nicht auf breiter Front einsteigen." Denn vielleicht gehe es ja doch noch weiter bergab.

Ja, was denn nun? Verkaufen? Kaufen? Wem soll man nur glauben? Die Antwort lautet: Am besten niemandem. Stattdessen gibt es gute Gründe, trotz der drohenden Finanzkrise gelassen zu bleiben und besser nicht allzu sehr auf die Experten zu hören. ZEIT online hat einige zusammengetragen.

1. Auch Affen können erfolgreich sein

Adam Monk hat Recht. Und das erschreckend oft. Monk, ein Affe von der Art der Weißstirnkapuziner, angestellt bei der Chicago Sun Times , ist Teil eines Experiments, das David Roeder, Wirtschaftskolumnist der Zeitung, seit einigen Jahren unternimmt. Roeder will untersuchen, ob der Princeton-Professor Burton Malkiel richtig lag, als er 1973 in seinem Buch A Random Walk Down Wall Street behauptete, es sei schlauer, einen Affen Dartpfeile auf die Börsenkurse des Tages werfen zu lassen, als einen professionellen Broker mit dieser Arbeit zu beschäftigen. Seither markiert Monk einzelne Aktien im Kursteil der Zeitung - und bricht mit seinen Prognosen alle Rekorde. Im ersten Jahr lag der Affe mit seinen Voraussagen um 37 Prozent über dem Marktergebnis, im zweiten um 36 Prozent. Hätte man von Beginn an in den Affen investiert, wäre man heute erheblich reicher. Andersherum gesprochen: Wer auf die Finanzprofis statt auf den Affen gehört hat, war ganz schön dumm.