Damit widerspricht Troge in der ZEIT ungewohnt deutlich dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), das in der vergangenen Woche Aufsehen mit der Behauptung erregt hatte, der Klimawandel treffe die wirtschaftsschwachen Bundesländer am härtesten . Das DIW berechne die Folgen des Klimawandels "mit einer Präzision, die trügerisch ist", sagt Troge nun in der ZEIT .

Prognosen über die Wirtschaftsentwicklung der einzelnen Bundesländer während der kommenden 40 Jahre halte er "geradezu für heroisch", sagt Troge. Wenn sich an die vermeintlich alarmierende Perspektive auch noch die Forderung anschließe, es müsse zu Änderungen im Länderfinanzausgleich kommen, gehe ihm das "eindeutig zu weit".

So sei etwa keinesfalls ausgemacht, dass Sachsen-Anhalt im Jahr 2050 weiterhin zu den ärmsten Bundesländern gehöre. Das DIW hatte in seiner Studie behauptet, dass der Klimawandel das Bundesland am härtesten treffen werde. Zudem warnte Troge davor, dass überzogene Prognosen zu den Klimaschäden die Politik verschrecken könnte, "und womöglich zu der Einstellung veranlasst, Klimaschutz habe sowieso keinen Sinn".

Auch die Furcht vor einer Stromlücke infolge des Atomausstiegs hält Troge für unbegründet. "Wenn wir uns an das Klimaschutzprogramm von Meseberg halten, dann werden wir im Jahr 2020 mit Sicherheit auch in Zeiten der höchsten Stromnachfrage keine Probleme haben", erklärt der UBA-Präsident. Deutschland werde sogar noch Strom exportieren können, "obwohl die Kernkraftwerke dann weitgehend abgestellt sind".

Das komplette Interview lesen Sie ab morgen in der aktuellen Ausgabe der ZEIT.